Allround-Flunder

Ich hab’s getan – seit gestern bin ich glücklicher Besitzer eines iPad.

Die Sache war nicht so spontan wie es scheinen könnte – zwar war ich wie viele andere auch begeistert, als Apple dieses Teil vor einigen Wochen/Monaten vorstellte. Angesichts der teilweise durchwachsenen Presse habe ich dann aber doch erst einmal entspannt abgewartet, was denn die liebe Konkurrenz so treibt.

Nach WeTab-Desaster, der Möglichkeit zur Inaugenscheinnahme der Android-Erwerbungen lieber Kollegen und dem Update auf iPhone 4 war aber irgendwie klar: Die Jungs aus Cupertino haben nicht umsonst vorgelegt – oder im DSDS-Slang auch “abgeliefert”. Das iPad mag ein paar Euro mehr kosten als die halbgare Konkurrenz, aber wenn 30% Preisersparnis auch nur 30% verfügbarer Nutzen bedeutet, ist die Wahl vorgezeichnet.

Nun hab ich die Flunder also hier, und es gibt ein paar kleine aber feine “Problemstellungen”. Die erste ist harmlos: Im Auslieferungszustand gönnt sich das iPad zunächst mal ein 420 MB großes iOS Update. Auf 3.2.2. – im Vergleich zum iPhone ist das nicht die Welt, auch wenn das iPad mit der 3er Version schon manches kann, was der telefonierende Bruder erst mit einer 4 vorn konnte. iOS4 für das iPad dauert noch – es heißt, November sei realistisch. Warten wir ab.

Nr. 2 wird schon spannender. Jedes iPad kann WLAN, aber das war nicht der Grund für die Anschaffung. So ein Tablet soll überall nutzbar sein, also geht’s nicht ohne 3G. Im Gegensatz zum iPhone kann man es dann zwar ohne SIM-Karte in Betrieb nehmen, aber schön wird’s erst, wenn man eine hat. Als iPhone-Kunde mit Complete-Tarif kommt man in den “Genuß” eines verhältnismäßig bezahlbaren AddOn-Tarifs namens CombiCard Connect L, der dann “nur” 19,95 € im Monat kostet. Das kann man unter bestimmten Umständen bringen – ärgerlich nur, wenn vor lauter Begeisterung über das schöne Spielzeug der T-Punkt-Mitarbeiter zunächst mal eine “normale” statt einer MicroSIM-Karte herausgibt – und man das erst zuhause merkt. Also Anlauf Nr. 2, nochmal hin, und die Karte umgetauscht (immerhin wurde eingeräumt, dass es eigentlich selbstverständlich hätte sein sollen – ich war allerdings 100% sicher, auch ausdrücklich nach einer MicroSIM gefragt zu haben… nunja).

Als nächstes soll das gute Stück ja nun mit einem stationären Rechner “gesynct” werden – was bei Apple bedeutet, es muss mit einer iTunes-Instanz verheiratet werden. Die Wahl fällt nicht schwer und auf denselben iMac, an dem auch das iPhone auf Stand gehalten wird. Positiver Seiteneffekt: Bereits gekaufte und iPad-kompatible Apps wandern beim ersten Sync brav mit auf dasselbe. Es gibt also fleißig was zu testen.

Was diese Tests im Detail ergeben haben, das ist allerdings Stoff für ein paar mehr Blog-Einträge in den nächsten Tagen. Stay tuned…

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Rückzug vom Irrweg?

Wir erinnern uns – kürzlich pustete Apple iTunes 10 auf den Markt und prompt versagten die gängigen “freien” Streaming-Server die Zusammenarbeit mit diesem ansonsten wunderbar vielseitigen Client.

Nun begab es sich, dass viele Anwender nach Alternativen suchten, manche Hersteller fieberhaft an Updates strickten, und das alles nur, um die Pedanterie des neuen iTunes (es scherte sich fortan schlicht um Daten, die es zuvor einfach standardmäßig als Musik interpretiert hatte – was bis dato alle gut fanden) zu befriedigen. Falls – und ich betone das “falls” – Apple das Ganze mit einem Plan verbunden hatte, ist der vermutlich nicht aufgegangen – oder aber die ganze Geschichte war nichts als ein unbeabsichtigter Fehler im System – jedenfalls gibt es nun iTunes 10.0.1 und oh Wunder! Es streamt wieder! Ohne Update beim Server!

Man könnte sagen, ist der Aufschrei der Gemeinde nur groß genug, so wird er Gehör finden. Glaube ich allerdings nicht dran – viel eher vermute ich etwas zwischen Fehlerkorrektur und vorsichtigem Zurückrudern a la “wir haben Euch gezeigt, wie es eigentlich funktionieren soll – nun machen wir’s wieder gehend damit Ihr Eure Software anpassen könnt für das nächste Mal”. Möglich ist vieles. Erfahren werden wir es kaum.

Schauen wir mal wie es weitergeht – seit einigen Tagen mehren sich die Zeichen, dass an der Mobilfront von Apple neues Spielzeug heraufzieht. Schon vor längerer Zeit steckte mir eine wohlbehütete Quelle, dass Apples Leib- und Magenzulieferer auffällige Mengen von 11,irgendwas-Zoll-Displays aufgekauft habe. Das letzte mal als eine ähnliche Info kam, war das der Vorbote des iPads – diesmal ranken sich die Gerüchte (oder das Wunschdenken?) um ein neues 11,6” MacBook Air, dessen Renovierung sicherlich überfällig ist, steht es doch im Vergleich zu aktuellen MacBooks aber auch den Eckdaten des iPad einigermaßen im Regen was Mobilität und Akkulaufzeit betrifft.

Besonders interessant ist auch die sicherlich begründete Vermutung einiger Quellen, es könne als Antwort (oder im Vorgriff – ganz nach Sichtweise) auf die wachsende Tablet-Konkurrenz ein kleineres iPad als Bindeglied zwischen iPhone und dem “Großen” geben. Von 7” wird gemunkelt, was ich durchaus handlich fände wenn denn die sonstigen Eckdaten stimmen. Die Idee vom Design des iPhone 4 ist mir durchaus sympathisch, wenngleich gebürstetes Aluminium auf dem Schoß vielleicht angenehmer ist als eine Glasplatte – käme drauf an was auf die Dauer pflegeleichter ist wenn es permanent rückseitig begrabbelt wird. Hauptsache es gibt kein neues Antennagate, und falls dann noch eine Facetime-Kamera dabei ist, bliebe nur noch die Frage, ob es wirklich billiger (sagen wir mal “preiswerter”) als sein großer Bruder wird.

Wie auch immer, kommt nur eins dieser beiden Geräte wirklich, ist das wohl das Ende des produktiven Einsatzes für mein 15er MacBook pro – so schön es war, aber so ein Trumm muss man dann nicht mehr spazierentragen…

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Und was Natur und Zeit getan…

…kann man anlässlich gelegentlicher Klassentreffen bewundern.

So letztes Wochenende geschehen in Soest, wo sich der Abschlussjahrgang 1985 des Conrad von Soest Gymnasiums zum “Silber-Abi” traf – und viele, viele kamen!

So sahen wir uns nach 25 Jahren wieder

Wer dabei war und durch Internetrecherche zufällig zuerst hier gelandet sein sollte – folgt dem Link, viele haben es schon getan. Auf convos85.de gibt’s auch eine Bildergalerie von einem Treffen vor fünf Jahren und mit aktuellen Bildern vom Samstag. Das Passwort erfahrt Ihr wie gewohnt per email von mir, da die Galerie nur für Ehemalige des Jahrgangs ist (sorry an alle sonst mglw. Interessierten).

Vergesst auch nicht, das Jahrgangsfoto auf Stayfriends.de zu komplettieren.

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New Blocks for the Kids…

…war schonmal ein erfolgreicher Werbeslogan und fiel mir letztens wieder ein. Durch Nutzung von stieß ich auf diesen Artikel eines japanischen Bloggers, der mich dann wiederum auf eine ebenso einfache wie lustige iPhone-App brachte. Schön.

Leider gefiel es dann dem grassierenden Virus, mich ein wenig aus dem Verkehr zu ziehen. Die Kinder freut’s, wenn der Papa außer der Reihe zuhause bleiben “darf” – und so nutzte ich die Gelegenheit des ärztlich verordneten “Füße-hochlegens” um auf kleiner Flamme ein wenig dem alten Lego-Hobby zu frönen. Was man so frönen nennt.

Schon Anfang vergangener Woche war auf Antrag des Nachwuchses in unserem Lego-Zimmer die 9 Volt Lego-Eisenbahn wieder installiert worden. Für die Streckenführung hagelte es auch prompt Protest, durchschneidet sie doch derzeit auf extreme Weise die zwar nicht geringe aber eben doch irgendwann begrenzte Spielfläche – und dabei hatten wir diese schon vergrößert, indem wir das früher dort oben stehende Gästebett umgezogen und den Platz mit den “Wühlkisten” vollgestellt hatten. Reichte wohl nicht.

Zu allem Überfluss fand ich dann auch noch die Kisten mit der 12 Volt Eisenbahn wieder. (Bevor mir jetzt die Sammler an die Gurgel springen: Dem rollenden Material geht’s gut, aber die Schienen, Schaltgeräte und Trafos waren halt in der Versenkung verschwunden). Da 9 Volt Schienen mittlerweile hoch gehandelt werden – Lego gefiel es ja leider, auf ein neues, batteriegetriebenes System umzustellen – bot sich das alte Material natürlich an, eine Parallelstrecke aufzubauen. Um weitere Einschränkungen der Spielfläche zu vermeiden, musste aber eine Lösung her.

So reifte der Plan, die Bahn statt mitten über die Spielfläche komplett außen um das Zimmer herum laufen zu lassen. Nun ist die Topographie des Zimmers etwas eigenwillig, um es höflich zu formulieren. Was soviel heißt wie, es ist eine deutliche Stufe drin, und wer schon einmal Lego-Eisenbahnen aufgebaut hat, weiß, dass Steigungen ein nicht zu vernachlässigendes Problem für diese Verkehrsmittel sind. Da die schon mehrfach begonnene Lego-Landschaft weder ausreichend gewesen wäre, noch derzeit überhaupt noch existiert, und leider auch die “Brücke von Bottrop” wieder schön kompaktiert in der Technic-Kiste lagert, gibt’s für den Heimwerker nur eins: Konsolen an die Wand, Bretter drauf und fertig ist der Rundkurs. Wenn es so einfach wäre…

Nunja, Bohrmaschine schwingen oder ähnliche Aktionen waren natürlich mit “gelbem Zettel” vom Doc nicht drin, das muss also irgendwann diese Woche passieren, denn für das nächste Wochenende ist ein größerer Streckenumbau vorgesehen. Dann wollen wir zweigleisig und “zweivoltig” komplett um die Bude herumfahren können. Wie lange die Motoren und Trafos das mitmachen wird sich zeigen. Die Idealvorstellung, neben 9 und 12 Volt auch noch einen blauen 4,5V Rundkurs hinzubekommen, habe ich angesichts der Spurweite hinten angestellt. Stellenweise sind die Konsolen nur 20cm breit – das reicht zwar theoretisch für drei Fahrspuren, wird aber spätestens in den Kurven spannend. (Mir graust schon jetzt vor dem Gleisbild)

Wo das noch endet – man darf gespannt sein. Bilder gibt’s, wenn der neue Rundkurs steht. Da inzwischen ein leichter Mangel an Gleismaterial auffällig wurde, kommt vielleicht trotzdem noch der alte Bahnübergang zu Ehren. Mal sehen wo die Teile sich alle wieder anfinden…

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Ausgeströmt…

Witzig…

…wäre es, wenn es nicht so traurig wäre. Nachdem Apple mit seinem iTunes 10 Update schon eine Vielzahl von Streaming-Servern (basierend auf mt-daapd, a.k.a. “Firefly Media Server”) funktionslos gemacht hat, finde ich heute zufällig das nächste Problem – und es könnte meines werden:

Das iPhone, von dem ich ja auch bekennender Fan bin, hat im Zuge des iTunes 10 roll-out ein Update auf iOS 4.1 bekommen (Henne-Ei-Problem, 4.1 braucht iTunes 10, man darf sich also streiten was zuerst da war – die Apple Release Manager wissen es vermutlich genau). So weit so gut, zumal es scheinbar wirklich was in puncto Performance gebracht hat (zumindest auf meinem 4er).

Nun berichten aber – beispielhaft für eine von mir bevorzugte Automarke – Benutzer von Autoradios mit Bluetooth-Streaming-Fähigkeit vom “umgekehrten” iTunes-10-Effekt, d.h. der im iOS 4.1 integrierte Bluetooth Streaming Server mag nicht mehr mit manchen Nicht-Apple-Streaming-Clients zusammenarbeiten. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Ursache dieselbe ist, wie bei den Feuerfliegen – nur eben diesmal andersherum.

Nicht besonders nett ist dabei das Fingerpointing aller Beteiligten. Natürlich stehen alle Seiten erst einmal auf dem Standpunkt “Ehrlich, wir haben nix gemacht” und bitten darum, die jeweils andere Partei an die Arbeit zu kriegen. Wer in dem Zusammenhang verliert, dürfte klar sein – der Kunde.

Mein potenziell betroffenes Fahrzeug bekomme ich in vier Wochen. Ich bezweifle, dass an der Firmware des Autoradios dann viel zu machen ist – also sollte Apple mal den Fehler seiner Wege überdenken – es sei denn, sie kommen in nächster Zeit mit eigenen Autoradios (oder gar ganzen Autos) auf den Markt und wollen präventiv schonmal Konkurrenzschubsen betreiben…

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Pecunia non olet?

Da wir der Mann von einigen zerrissen, von anderen bejubelt und bewegt seit Wochen die Schlagzeilen…

…und im Abgang macht er sich selbst unglaubwürdig, als ginge es am Ende eben doch alles nur um schnöden Mammon.

Klar, ich rede von Herrn Sarrazin, der es vorgezogen hat, den eigenen Abgang zu wählen bevor er gegangen wird. Seine “Wahl” hat aber einen komischen Beigeschmack – sie wurde erkauft. Und damit hat der Mann ein Beispiel für das gegeben, woran Deutschland wirklich krankt – und nicht nur unser Land, sondern praktisch jedes, das eine mehr, das andere weniger: Wenn der Groschen im Beutel klingt, das Ideal zur Seite springt. Oder so.

Jedenfalls dürften diejenigen, die den oberflächlichen Thesen von Thilo Sarrazin mehr als Polemik beigemessen haben – immer vorausgesetzt, sie folgen der Tagespresse und lesen weiter als bis zur zweiten Zeile der Schlagzeilen – nun von ihrem “Idol” bitter enttäuscht sein. Klar, er will in seiner Partei bleiben und wird nichts unversucht lassen, mit weiteren Veröffentlichungen seine Meinung jedem, der’s lieber nicht wissen will, aufzudrängen. Auch klar, im Vergleich zu dem Geld, das er vermutlich mit seinen Veröffentlichungen, Terminen und Vorträgen scheffelt, dürfte der Pensionsaufschlag fast wie ein Butterbrot wirken – aber wir verbittern muss es die Menschen in Zeiten von “Rente mit demnächst 70″, wenn jemandem, bloss weil er “die Welle gemacht hat”, der Abschied derart versüßt wird. Allein der Pensionsaufschlag überschreitet das, was viele in einem langen anstrengenden Arbeitsleben überhaupt an Rentenanspruch erwirtschaften konnten.

Und die Moral von der Geschicht’? Am Ende hat jeder nur seinen Preis. Vielleicht sollte man darüber mal recherchieren und ein Buch schreiben. Aber das würde dann vermutlich kein hochrangiger Manager oder Politiker tun – und folglich kommt es dann bei Books on demand heraus und kaum einer liest’s – geschweige denn denkt mal drüber nach. Traurig.

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Väter der Klamotte

…unter diesem Titel lief vor Jahren (oder waren es Jahrzehnte?) eine sehr beliebte Vorabendreihe im ZDF unter Kommentierung durch den unvergessenen Hanns-Dieter Hüsch.

In die Erinnerung eingebrannt hat sich mir eine Folge, in der – zu einer Zeit als dies höchstens in den USA ein Massenartikel war – kreatives Auto-Recycling eine Rolle spielte. Stichwort “Aus zehn alten mach ein neues…”

Das muss sich wohl auch eine Autoschmiede aus Scottsburg, Indiana, gedacht haben – diese hat sich auf das Toyota-Hybrid-Modell Prius spezialisiert. Was die Damen und Herren geraucht haben, als ihnen die Idee kam, einen solchen mit einem Subaru Pickup zu verheiraten, bleibt zu mutmaßen. Das Ergebnis ist allerdings so verrückt, dass es an dieser Stelle einfach mal erwähnt werden muss.

Der Name dieser “Schöpfung” (ich möchte eher “automobile Mutation” sagen) ist denn auch bezeichnend genug. Da Pickups in den USA üblicherweise als “Truck” bezeichnet werden, wurde aus “Prius” und “Truck” schlicht…

…PRUCK ;-)

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Rücksicht, Vorsicht, Einsicht?

Manchmal, wenn man schon glaubt, das wird nichts mehr, setzt bei einigen Leuten doch noch späte Einsicht ein.

So geschehen im Fall des kontrovers diskutierten Herrn Sarrazin.

Nein, ich werde weiterhin keine Diskussion über die Inhalte seiner Thesen und Pamphlete aufmachen, es geht mir nur um eines – die Meinungsfreiheit.

Das Problem ist doch folgendes: Jeder in unserem Land hat die verfassungsrechtliche Garantie, seine Meinung frei und offen äußern zu dürfen. Wenn das jeder Hinz und Kunz tut, interessiert das in der Regel auch nur eine begrenzte andere Anzahl an Hinzen und Kunzen, und es bedarf schon einiges Aufwands, daraus eine ausreichend große Welle zu machen, dass eine größere Aufmerksamkeit auf diese konkrete Meinungsäußerung gelenkt wird. Grundsätzlich ist sowas ein Teil unserer Demokratie und soll so sein.

Anders, wenn der Meinungsäußerer ein hohes öffentliches Amt bekleidet. Dann hat er zwar prinzipiell das gleiche Recht wie der “Mann von der Straße” (oder sagen wir, “Mensch von der Straße” – das Ganze soll hier nicht auch noch zur Geschlechterdiskussion verkommen, immerhin ist 2010, nicht 1810), er hat aber gleichzeitig das Problem, dass er sowieso jobbedingt “im Rampenlicht” steht, und wenn er Pech hat – und das hat man in solchen Positionen immer – schon die kleinste Geräuschabsonderung hanebüchene Folgen hat.

Verschärft wird die Sache dadurch, dass eine entsprechende Meinungsäußerung (selbst bei um den Hals gehängtem Schild mit der Aufschrift “das bin nur ich, nicht mein Arbeitgeber!”) allzu leicht auch mit dem Dienstherrn in Verbindung gebracht wird – und während Privatpersonen tun dürfen, was sie wollen, gilt das für öffentliche Einrichtungen noch lange nicht. Wenn man sich dann noch dem Verdacht ausgesetzt sehen muss, die Möglichkeiten seines Amtes für Zwecke der freien Meinungsäußerung ausgenutzt zu haben, wird es ganz übel. Vergessen wir nicht, dass wir in einem Land leben, wo der “Normalsterbliche” schon für 1,8 Cent mit fristloser Kündigung bedroht wird!

Was also kann “man” tun, wenn der Drang zur Äußerung einer gefühlt wichtigen persönlichen Meinung zu groß wird? Größe zeigen, und zunächst die potenziellen Konflikte ausräumen. Das wäre ein guter Anfang. Auch wenn das heißt, dass man einen gut dotierten Job aufgeben und Privatier werden muss – so haben auch manche wirklich Große angefangen und sich Respekt verschafft. Allzu langes Klammern an einem Amt und beharren darauf, dass beides nichts miteinander zu tun habe, richtet am Ende nur Flurschaden an.

In der Konsequenz könnte Herr Sarrazin, wenn ihm denn seine Partei wirklich etwas bedeutet, auch dieser einen Gefallen tun und ihr das leidige Ausschlussverfahren ersparen. Ich bin zwar selbst kein Parteimitglied, denke aber, dass die Arbeitsschritte “Parteibuch abgeben” und “Dauerauftrag stornieren” für jemanden wie ihn keinerlei intellektuelle Hürde darstellen dürften.

Saniert ist er durch seinen Bestseller vermutlich ohnehin, etwaige Folgeausgaben kann er also auch ohne Amtsbelastung produzieren – das eröffnet die Chance, dass diese fundierter recherchiert sind und es vielleicht etwas schwerer haben, sich beim Publikum zu etablieren. Dann wird es nämlich nicht mehr “das Buch vom Bundesbankvorstand” sein, sondern nur “das Buch eines verärgerten Privatmanns”. Für solche Bücher und das Lesen derselben mag es Gründe geben, aber die Diskussion darüber wird dann hoffentlich sachlicher und auf einer ganz anderen Ebene geführt.

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Aus der Versenkung

Es gibt Neuigkeiten, aber ich mag sie nicht…

Inzwischen hat sich auf den gestern verlinkten Apple-Seiten jemand aus der Entwickler-Community geäußert und eine plausible Begründung dafür geliefert, warum der mt-daapd als Mediaserver nicht mehr mit iTunes 10 spielen mag – bzw. umgekehrt. Grund dafür ist offenbar ein simples Feld, das iTunes abfragt, bis vor der Version 10 aber eine fehlende Antwort per default als “Music” interpretiert hat. Nunmehr heißt “keine Antwort” hingegen soviel wie “auch keine Inhalte” – und damit bleibt der Bildschirm bei Auswahl des iTunes-Dienstes im LAN einfach leer. Schade auch.

Das wäre jetzt alles nicht weiter tragisch, doch auf dem Wiki zur von mir verwendeten NAS-Marke findet sich u.a. ein Artikel zum Firefly Media Server, und was da steht ist gar nicht schön: Demnach ist die Entwicklung bei der aktuell installierten Version des mt-daapd stehengeblieben. Zwar gibt es einen fork, aber den natürlich nicht integriert in den Firefly Media Server und sowieso schonmal grad gar nicht als fertiges ipkg für meine QNAP. Auch ein anderer im Apple Forum benannter Alternativ-Server ist als ipkg nicht verfügbar – mag sein dass sich das ändert, dann fehlt aber immer noch die Integration in das User-Interface der NAS (oder anders gesagt, Intelligente Playlisten dürften vorerst Fehlanzeige bleiben – ausser man mag auf Shell-Ebene von Hand rumstricken).

Nunja, ich bleibe am Ball und werde mich hier in schöner Unregelmäßigkeit über die gefundenen Entwicklungen auslassen. Hinweise, ob sich anderwärts was an der Front tut, sind natürlich höchst willkommen.

Schade, zum ersten Mal seit langem muss ich finden, dass Apple zu perfektionistisch war…

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Treffer, versenkt…

Hübsch. In Vorbereitung auf iOS 4.1 und weil Ping so eine schöne neue Sache ist, hat Apple in den letzten Tagen iTunes 10 ausgerollt.

Was dabei vielen überzeugten Nutzern eines Netzwerkspeichers mit iTunes Streaming Server leider erst nach dem Update auffiel: iTunes 10 mag nicht mehr mit Streaming Servern vom Typ mt-daapd zusammenarbeiten, der bei vielen nicht-Apple-Datengräbern nunmal quasi-Standard ist.

Das Thema wird nicht nur wachsend unter o.g. Link auf Apples eigenen Seiten diskutiert, sondern ist mittlerweile auch ein heißes Eisen im QNAP Forum (wo ich als Nutzer einer TS-439 natürlich als erstes nachgesehen hatte).

Prinzipiell wäre das Ganze für die meisten Betroffenen umschiffbar – man müsste nur seine iTunes-Installation derart umstellen, dass die Mediathek-Inhalte direkt auf einem Netzwerkverzeichnis (ich zaudere vor dem Begriff “Laufwerk”, wir sind hier nicht bei Fensters) deponiert sind. Allerdings behebt dieser Tipp nur das halbe Problem.

Der Sinn eines Streaming Servers liegt darin, dass auch andere Clients (sei es der Zweitrechner im anderen Zimmer, das AppleTV oder AirTunes) auf die Mediathek Zugriff haben – und wenn die NAS schon durchrattert, will man ja nicht auch noch den iMac oder was auch immer man sonst als Hauptrechner betreibt auch noch Strom verbraten lassen.

Noch “spaßiger” – wenn man zu diesem Begriff noch Lust hat – ist die Tatsache, dass FrontRow von dieser “Neuerung” gänzlich unbeeindruckt ist und weiterhin brav mit dem Streaming Server zusammenarbeitet. Kann natürlich eine Frage der Zeit sein, aber es könnte auch bedeuten, dass Apple den Dienst bei iTunes 10 mehr oder minder vorsätzlich (alternativ fahrlässig) “zerbröselt” hat.

Was also tun? Die Mediathek umbauen ist vermutlich der schlechteste Weg, da es bei jedem, dessen Sammlung ähnlich “interessant” verteilt ist wie bei mir, erst einmal größere Verwerfungen und unnötigen Arbeitsaufwand bedeutet. Den allfällig schon empfohlenen “Downgrade” auf iTunes 9.2.1 könnte man sicher verschmerzen soweit es Ping betrifft, in aller Regel sind aber neue iOS Versionen auf die neueste iTunes Version angewiesen, und spätestens dann schießt man sich damit elegant ins Knie.

Umgekehrt auf die lieben NAS-Hersteller zu warten, dass sie ein Update des Streaming Servers ausrollen (was zumindest eine gangbare Alternative wäre, da es offenbar einen development fork gibt, mit dem das Problem nicht auftritt), wird hingegen die Geduld der Betroffenen arg strapazieren – auch wenn einige Hersteller sehr fleißig mit der Aktualisierung ihrer Software sind, muss man hier sicherlich von Zyklen im Mehrmonatsbereich ausgehen, und so lange nichts streamen können? Ich weiss nicht…

Bleibt der schwache Trost, dass es mit Front Row – ohnehin meine bevorzugte Anwendung für diese Thematik – problemlos funktioniert. Der “hart” betroffene Musikzimmer-iMac wird dann wohl in den sauren Apfel beißen müssen, dass seine lokale und die QNAP-Mediathek zusammengeführt und künftig nur noch auf dem Netzwerkverzeichnis deponiert sind. Das hatte ich zuletzt nur deswegen nicht gemacht, weil hier im Haus noch alte Kabelage lag – aber nach 300m Cat5e und einem neuen Gigabit Switch gehen da langsam die Ausreden aus. Ob’s wirklich tut wie es soll werden wir morgen sehen – vorher muss die QNAP noch ein Firmware Update überleben – leider ohne neuen daapd, dass der gerade jetzt funktionslos gemacht würde war sicherlich für dieses Release eher nicht vorhersehbar.

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