Those were the days…

Im Licht der DSGVO und aufgrund längerer Inaktivität habe ich mich schweren Herzens entschlossen, die Webseite „convos85.de“ zu schließen.

Wer auf der Suche nach der Webseite für unsere alte Abschlussklasse, Fotos und Erinnerungen vom Abi und späteren Jahrgangstreffen auf dieser Seite gelandet ist, ist herzlich eingeladen, mich zu kontaktieren. Ich habe alles archiviert, und wenn sich genügend Interessenten finden, kann man das Ganze vielleicht auch wieder online verfügbar machen – wenn auch dann mit absolut kontrolliertem Zugriff und nicht mehr für alle Welt sichtbar.

Ich hoffe auf Euer Verständnis. Die Zeit ist nicht vergessen, aber bevor irgendetwas ohne-Einwilligung-veröffentlichtes nach hinten losgeht, war das der sinnvolle Schritt.

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Schutz von der Fachauskunft?!?

Kritik an Wirtschafts-Auskunfteien gibt’s ja alle Nase lang mal – so stolperte ich heute morgen über diesen Artikel. Und weil mich das Thema anlachte, ging mein nächster Weg ganz spontan auf die Selbstauskunfts-Seite der Schufa – dort hatte ich mich vor ewigen Zeiten, als mal eine entsprechend günstige Aktion lief, für einen Einmalbetrag registriert. Inzwischen ist da ein Abo-Modell draus geworden, solange mein Benutzerkonto allerdings nicht zwangsweise umgestellt oder einseitig gekündigt wird, nutze ich das natürlich weiter – ist ja gelegentlich recht aufschlussreich.

Wobei ich nicht erwartet hatte, wie aufschlussreich der heutige Besuch sein würde. Nein – keine Katastrophen, nichts Spektakuläres, aber trotzdem aufschlussreich.

Ich schrieb doch neulich über die Minuszins-Lockangebote gewisser Kreditportale. Natürlich hatte ich damit gerechnet, dass das von mir genutzte Portal entweder auf eigene Rechnung oder im Namen der Bank, von der das angebliche Minuszins-Angebot kam, eine Bonitätsanfrage abschicken würde. Dazu brauchte ich nicht mal das Kleingedruckte zu lesen – so etwas erwartet man bei Kreditanbahnungen halt.

Was ich nicht erwartet hatte – und sollte es im Kleingedruckten gestanden haben, so ist es mir zumindest nicht aufgefallen – ist die Tatsache, dass noch 4 (in Worten: vier) weitere Kreditinstitute, von denen ich weder explizit Unterlagen angefordert noch deren Zinsangebote in der Übersicht des Portals in Erwägung gezogen hatte, zeitgleich ebenfalls eine Schufa-Anfrage losschicken würden. Das ist schon faszinierend – der eine Anbieter bezahlt einem eine Prämie, unter Verrechnung derselben ein tatsächlich mit nicht mal unerheblichen Zinsen behafteter Kredit scheinbar zum Minuszins-Kredit wird, vier weitere Anbieter, von denen man überhaupt nichts will, fragen aber einfach ebenfalls Daten ab… fast möchte man sich fragen, was denn wohl in wenigen Tagen die DSGVO von der Geschichte hält? Vor allem aber: Solche Abfragen en gros müssen ausgesprochen preisgünstig sein, denn so ein im TV beworbenes Angebot ist sicherlich von einer großen Zahl potenzieller Kunden angefragt worden.

Ganz nebenbei fand ich dann in der Liste der Anfrager noch einen „Laden“, den ich nicht unmittelbar auf dem Schirm hatte – kurze Rückblende auf das Datum der Anfrage zeigte dann, dass dies ein Zahlungsdienstleister war, der für unseren lokalen Verkehrsbetrieb tätig ist. Tatsächlich hatte ich es gewagt, online ein Nahverkehrsticket zu lösen (ja – ein Ticket. Nahverkehr. Kleinkram halt) und als Zahlungsoption meine ich mich nur an Bankeinzug (= SEPA-Mandat) erinnern zu können.

Soweit mir bekannt ist, können Bankverbindungen im IBAN-Format ohne großen Aufwand auf Gültigkeit überprüft werden – und der Betrag für so ein Ticket (kein Abo) ist ja nun wirklich recht überschaubar – umso mehr überrascht dann, dass der Bezahldienstleister tatsächlich auch dafür eine Schufa-Anfrage absetzt. Die Zahlungsmoral der Kundschaft muss schon reichlich unter aller Kanone sein, wenn man sich für einen niedrigen zweistelligen Euro-Betrag den Score abholen muss…

A propos Score – die Schufa räumt ein, dass der theoretische Spitzen-Score von 100 eben genau das ist: Rein theoretisch. In der Praxis gelte ein Score über 98 als „gut“. Könnte ich jetzt entspannt sehen, da sich „mein Score“ seit Jahren (so ein- bis zweimal im Jahr schaut man ja dann doch mal nach wenn es eh nichts kostet) höchstens bei der 2. Nachkommastelle mal etwas bewegt. Wenn da nicht die Unwägbarkeit der Schufa-Algorithmen wäre, nach denen – so sagten es mir zumindest unabhängig voneinander zwei Bankberater in der Vergangenheit – auch die Häufigkeit von Kreditanfragen den Score drücken kann. Fast wäre man zum Selbstversuch provoziert – aber wenn man sich ansieht, wer alles wann diese Daten abrufen und für sich selbst bewerten kann, eben nur fast.

 

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Geschenkt?

„…was ist damit nicht in Ordnung?“ – lautet eines meiner Lieblingszitate aus dem Film „Das Leben des Brian“. Und es karikiert eine eigentlich urdeutsche Haltung von „was nichts kostet, taugt auch nichts“. Oder: Wenn jemand für eine gebotene Leistung keine Gegenleistung verlangt, muss doch irgendwo ein Haken sein?

Ungefähr solches dachte ich, als ich heute morgen über einen Artikel stolperte, wonach Kreditnehmer aktuell mit Negativzinsen belohnt werden. Geld leihen und dafür noch Geld rausbekommen – das geht doch normalerweise in der aktuellen Niedrigzinsphase nur für öffentliche Haushalte, und auch da vorrangig auf oberster Ebene?!?

Mitnichten, so möchten ein paar namhafte Kreditportale gern vermitteln. Zumindest zwei bieten aktuell als „Lockangebot“ jeweils 1000 Euro Kreditsumme zu einem negativen Zinssatz an – bei Smava sind sogar scheinbar irrwitzige -5% drin! (Edit: Check24 hat nachgelegt und lockt aktuell ebenfalls mit -5%)

Nun ist geschenktes Geld ja bekanntlich kein Schmutz, also schaut man sich die Sache doch mal „kostenlos und unverbindlich“ an. Und siehe da, nachdem man sich durch mehrere Seiten mit Angaben zur Person und zum Einkommen geclickt hat, kommen dann unter’m Strich bereitwillig mehrere Kreditangebote heraus, von denen exakt eins für eine Summe von 1000 Euro die beworbenen -5% „effektiver Jahreszins“ ausweist. Bei den übrigen Angeboten handelt es sich mehr oder weniger um normale Verbraucherkredite mit Zinssätzen ab 2,9% aufwärts – also nichts spektakuläres, wenn man davon absieht, dass die „Wunschsumme“ von 1000 Euro teilweise ignoriert und bereitwillig mehr angeboten wird – man traut mir offensichtlich Bonität zu.

Lobend (!) sei in diesem Kontext erwähnt, dass bei den angebotenen Zusatzleistungen (a.k.a. „Restschuldversicherung“) tatsächlich vier Optionen angeboten werden, von denen standardmäßig die Option „Keine Restschuldversicherung“ (= keine Kosten) ausgewählt ist. Also keine Kostenfalle durch ein heimlich mit gesetztes Häkchen im Kleingedruckten – ob das so schon immer Standard war oder ob das erst so eingestellt wurde, nachdem sich einige Anbieter wegen der durch die Hintertür wieder eingespielten Beträge negative Presse eingefangen haben – es wird wohl ein Geheimnis bleiben. Jedenfalls ist es gut so wie es ist.

Also laden wir uns mal fröhlich das PDF mit dem Kreditantrag herunter. Es fällt auf, dass entgegen der „unkomplizierten und sofortigen“ Auszahlungsankündigung zunächst mal der Antrag zu unterschreiben ist, umfassende Gehaltsnachweise beizufügen sind und ein PostIdent-Verfahren durchlaufen werden muss. Es handelt sich also mitnichten um „leichtverdientes Geld“.

Es kommt aber noch toller, denn wir halten uns ja für lesekundig und schauen die 13 Seiten ganz detailliert an. Dabei fallen folgende spannende Punkte auf:

„1.000,00 EUR
Laufzeit dieses Kreditvertrages 36 Monate
Sollzinssatz und effektiver Jahreszinssatz Sollzins: 4,50 % / Eff. Jahreszins: -5,00 %
(Sie erhalten einen Zinsbonus von 9,02 %, der Ihnen im Wege eines (…) Ratenzuschusses gutgeschrieben wird.
Unter Berücksichtigung des (…) Ratenzuschusses beträgt Ihr Sollzins -5,12 %. Ihr effektiver Jahreszins beträgt
-5,00 %. Die Bedingungen des Ratenzuschusses entnehmen Sie bitte dem Darlehensvermittlungsvertrag.)“

Achnee – von wegen Negativzins – der Kredit kosten ganz reguläre (und sogar ziemlich saftige) 4,5% Zinsen, es wird lediglich ein „Ratenzuschuss“ des Kreditvermittlers eingerechnet, woraus sich dann der theoretische Negativzins ergibt.

Jetzt könnte man fragen: Was hat der Vermittler davon, dass er einem Neukunden Geld schenkt?

Ganz viel, wenn man weiter liest:

„Entgeltliche Darlehensvermittlung
(1) Für die erfolgreiche Vermittlung des Darlehensvertrages zwischen Ihnen und der
Bank erhält die (…) von Ihnen eine Vergütung in Höhe von
– für 36 Monate Kredit-Laufzeit: 0 %
– für 60 Monate Kredit-Laufzeit: 3,00 % (bzw. 60 € Mindestgebühr)
– für 84 Monate Kredit-Laufzeit: 3,00 % (bzw. 60 € Mindestgebühr)
des Ihnen von der Bank gewährten Ratenkredites. Diese Vermittlungsprovision wird
von der auszuzahlenden Kreditsumme einbehalten.“

Eiguggeda – der Wohltäter ist am Ende eben doch am Ende ein ganz normaler Kaufmann der sein Geld verdienen will. Was ja keine Schande ist – aber es wird eben doch mit halbverdeckten Karten gespielt (und ich unterstelle, nicht jeder, der in finanzieller Verdrückung ist, liest den Vertrag in allen Details und wundert sich dann, dass am Ende evtl. weniger ausbezahlt wird als er beantragt hatte).

Und der Trick ist ja nun der – wer einmal einen Kredit in Anspruch genommen hat, ist tendenziell Wiederholungstäter – und wer einmal einen Kreditvermittler „wohltätig wahrgenommen“ hat, ist auch geneigt, mit diesem weitere (für diesen dann einträgliche) Geschäfte zu tätigen. Denn man darf wohl annehmen, dass der Vermittler nicht nur von den Provisionen lebt, die er dem Kreditnehmer berechnet, sondern auch davon, dass die Banken für die Vermittlungstätigkeiten ein Scheibchen der ersparten Personal- und Werbungskosten abliefern.

Unter diesen Aspekten geht auch die folgende Rechnung (aus dem Kreditvertrag) auf:

„Bei dem Gesamtbetrag handelt es sich um die Summe aus dem Nettokreditbetrag und den Gesamtkosten
(Zinsen und Kosten). Damit handelt es sich um die Summe der von Ihnen zu entrichtenden Teilzahlungen. In
diesem Fall setzt sich der Gesamtbetrag damit zusammen aus:
Nettokreditbetrag: 1.000,00 EUR
+ Vermittlungsgebühr: 0,00 EUR
+ Versicherungsprämie für Restkreditversicherung: 0,00 EUR
= Nennbetrag des Kredits: 1.000,00 EUR
+ Zinsen: 70,88 EUR
– Gesamtratenzuschuss von (…): 147,82 EUR
= Gesamtbetrag: 923,06 EUR“

Der Anbieter „investiert“ also knapp 150 Euro in eine zukünftige Geschäftsbeziehung. Berücksichtigt man, dass davon nur 77 Euro beim Kreditnehmer ankommen, könnte man glatt sagen „Ok Jungs, wenn Ihr meine Daten haben wollt, gebt mir die 150 Euro direkt und wir sparen uns das Gehopse mit der Bank und dem Kredit“ – wäre ein Deal, immerhin bekäme man mal Geld für Daten, die andere ohne Gegenleistung zusammenraffen. Ist aber so nicht vorgesehen.

Nicht vergessen wollen wir auch die kleinen aber feinen „versteckten Drohungen“ im Kreditvertrag, über dessen Tragweite sich viele Kunden bestimmt nicht klar sind:

„Verkauf und Abtretung an Inkassounternehmen
Wenn Ihr Kreditkonto für die Dauer von 40 Tagen ununterbrochen einen Zahlungsrückstand
aufweist, dass heißt, Sie sich 40 Tage ununterbrochen mit einer oder mehreren
fälligen Zahlung aus diesem Ratenkreditvertrag ganz oder teilweise in Verzug
befinden, sind der Anleger bzw. die Anleger auf Wunsch der (…) verpflichtet,
ihre gegen Sie bestehenden Kreditforderung(en) an ein von der (…) zu
benennendes Inkassounternehmen zu verkaufen und abzutreten, welches in diesem
Fall Ihr neuer Gläubiger wird.“

Ja Klasse – genau das Schreckgespenst eines jeden Kreditnehmers, nämlich dass seine Schulden an jemanden veräußert werden, der dann lustige Dinge mit dieser Forderung anstellen kann, wird hier offen angekündigt. Und der Kreditvermittler hat die Wahl, an wen die Schulden verkauft werden. Dass hier das Stichwort „Inkasso“ gleichbedeutend mit einer Vervielfachung der Restschuld sein dürfte, ist bestimmt mehr als nur eine Unterstellung.

Besonders komisch „riecht“ dabei, dass die Veräußerung an ein Inkassounternehmen nicht Entscheidung des Kreditgebers sondern – man staune – des Kreditvermittlers sein soll – einschließlich der Wahl, an welches Inkassounternehmen die Abtretung erfolgen soll. Ein Schelm, der auch hier noch Folgegeschäft für den Vermittler wittert?!?

Wir lernen also – es gibt auch weiterhin nichts geschenkt. Wer mit den o.g. Einschränkungen und dem damit verbundenen Aufwand leben kann, kann sich tatsächlich auf dem aktuellen Markt einen kleinen Euro nebenbei „verdienen“ (immer vorausgesetzt, der beantragte Kredit wird nicht gleich für unnütze Ausgaben verpulvert sondern z.B. zur Schuldentilgung oder einfach als Finanzpuffer eingesetzt). Der „Lohn“ von 77 Euro über drei Jahre ist zwar recht mager, andererseits gibt’s auf Sparbücher gerade üppige 0,1% Zinsen, da muss man als Sparer sehen, wo man bleibt.

Edit: Nach Freischaltung dieses Beitrags fand ich gerade noch diesen Artikel auf Spiegel Online, der die Angelegenheit auch etwas kritischer beleuchtet, wenngleich unter Berufung auf Verbraucherschützer.

Noch’n Edit (aus dem n-tv Artikel): „‚Noch nie zuvor haben Kreditnehmer so stark von der Niedrigzinsphase und dem Wettbewerb profitiert‘, sagt Alexander Artopé, Geschäftsführer von smava.“ – Schwachfug! Der Kreditnehmer „profitiert“ allenfalls vom Wettbewerb der Kreditvermittler – die Bank verdient ganz regulär an dem Kredit. Zumindest wenn das, was im Vertrag steht, der Wahrheit entspricht – und das wollen wir doch stark hoffen!

Ich rate von o.g. Angeboten weder ausdrücklich zu noch ab – es ist die persönliche Entscheidung des Einzelnen, die aber nach Abwägung aller Details erfolgen sollte. Wer sich finanziell verzettelt, sollte immer daran denken: Herr Zwegat kann nicht alle retten 😉

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Fassungslos…

…verfolge ich dieser Tage die Reaktionen auf das Schul-Massaker von Parkland. Es ist ja nicht so, als sei irgendeine der jüngeren U.S.-Regierungen auch nur ansatzweise in der Lage oder auch nur spürbar bereit gewesen, durch Gesetzesänderungen dem Waffenwahn und vor allem der allzu leichten Verfügbarkeit von Waffen für potenzielle Gefährder Einhalt zu gebieten.

Es ist schon paradox: Ausgerechnet im Land der astronomischen Anwaltshonorare und Schadenersatzforderungen, wo jedes Unternehmen für das Ausschenken zu heißen Kaffees verklagt werden kann und Microwellenherde mit dem Hinweis versehen werden müssen, dass man darin keine Haustiere trocknen kann, wo jeder Mensch, der ein Flugzeug besteigen will, zunächst überprüft wird, ob evtl. einer seiner Vor-Vorfahren mal eine Getränkeflasche im Handgepäck mitnehmen wollte, dort kann jeder Psychopath dessen Führerschein (ersatzweise auch dessen gut gemachte Fälschung – wer braucht Personalausweise?) ihn als über 18 bestätigt, in einen der unzähligen Waffenläden stiefeln und sich mit absolut kriegstauglichem Gerät ausstatten.

Wohlgemerkt, wir reden von einem Land, in dem ein spektakulärer Verkehrsunfall ausreicht, um eine Gesetzesänderung zu beschließen, aber mehr als 15.000 Tote durch Schusswaffengebrauch noch nicht einmal ernsthafte Nachdenklichkeit zu verursachen scheinen.

Infografik: Schusswaffenopfer in den USA | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Jeder einigermaßen normale Mensch würde denken, dass nach 18 sog. „school shootings“ allein in diesem Jahr bisher – was nebenbei bemerkt mehr sein dürfte als die bekannt gewordenen Amokläufe an Schulen in Europa in den vergangenen 20 Jahren – irgendjemand überlegen müsste, wie und warum diese Menschen an Waffen kommen, für deren verantwortungsvollen (Nicht-)Gebrauch sie eindeutig nicht die Befähigung besitzen – und was man dagegen tun kann.

Stattdessen dreht sich die Diskussion im Fall Parkland fast ausschließlich darum, wer wann was gewusst und weshalb nichts unternommen hat, um diesen einen konkreten Fall zu verhindern. Und um dem Fass die Krone ins Gesicht zu schlagen, stellt das oberste Trumpeltier mit vollem Ernst und einem „Empathiezettel“ in der Hand den Vorschlag in den Raum, zur Vermeidung ähnlicher Fälle in Zukunft die Lehrer an der Waffe auszubilden und entsprechend auszurüsten. Wer auch immer noch Zweifel hegte, dass dieser Präsident jeglichen Realitätssinn verloren hat, mag bitte noch einmal in sich gehen.

Meine allergrößte Hochachtung verdienen die mutigen Schüler von Parkland und aus allen Teilen der USA, die sich jetzt aufmachen um den Politikern den Fehler ihrer Wege lautstark aufzuzeigen. Diejenigen, die angesichts einer komplett unverständlichen Entscheidung des Parlaments von Florida laut aufbegehren – denn sie haben Recht: Das nächste Blut klebt auch an den Händen der Politiker, die zu feige (oder zu gut geschmiert) waren, eine Verschärfung des Waffenrechts zu beschließen.

Autokonzerne werden verklagt, weil sie Umweltschutzbestimmungen nicht einhalten. Waffenkonzerne bleiben unbehelligt, obwohl mit ihren Produktion zehntausende unschuldige Menschen verletzt oder getötet werden. Natürlich töten die Waffen die Menschen nicht von allein, natürlich benötigen sie einen Menschen dahinter, der sie zu diesem Zweck einsetzt – fast hätte ich geschrieben „missbraucht“, wäre da nicht der zentrale Haken: Der einzige Zweck, zu dem Schusswaffen dieser Art entwickelt und hergestellt werden, ist es, den Menschen auf der anderen Seite des Laufes zu töten. Das mag im Fall von Kriegswaffen im Kriegsfall eine traurige Notwendigkeit sein, hat aber in der Zivilgesellschaft absolut nichts verloren. Insofern töten nicht nur die Waffenbesitzer und -benutzer, sondern genau so sehr auch die Waffenproduzenten. Wenn man Autos verbieten kann, die mehr Schadstoffe ausstoßen als unbedingt nötig – wieviel mehr müsste man die Herstellung und den Verkauf von Waffen verbieten, die mehr und schneller töten als für ihre Besitzer notwendig ist?

Aber vielleicht muss man auch einfach nur Herrn Trump seinen heißgeliebten Zaun (a.k.a. „Mauer“) bauen lassen und von draußen gebannt lauschen, wann das Geballer drinnen aufhört…

 

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Steter Tropfen ölt den Stein

Ja es gibt grad mal wieder Automobiles zu erwähnen. Das Mchen ist leicht inkontinent. Aber von Anfang an:

Generell sieht man einem älteren Auto ja so manches nach, und meine Autofahrer-Historie ist durchsetzt von zum Teil recht abgerockten Gefährten, die deutlich schlimmer gezickt haben obwohl sie nicht halb so alt waren.

Trotzdem war es nicht so erfreulich, dass das Spielzeugauto den sonntäglichen Morgenfrost mit Startunwilligkeit quittierte – und dafür sorgte, dass der offene Carport wie eine Tankstelle aus den 70ern (vor Einführung der Absaugvorrichtungen) „duftete“. Gut, so ein Miata hat ’ne Gel-Batterie im Heck, die eine geradezu unfassbare Lebenserwartung hat (Mchen seine ist offenbar noch die erste – 24 unglaubliche Jahre alt – in der Zeit hab ich in anderen Autos 10 Batterien durch, Neuwagen und zwei Ausfälle wegen Zellenschluss mitgezählt) – da kann man’s ihr nachsehen wenn sie im Winter mal keine Lust mehr hat. Vor Tiefentladung (potenziell tödlich für diese Art Batterien) habe ich dann doch mal mein schon fast antikes Ladegerät bemüht.

Nach entsprechender Ladezeit „hustete“ sich Mchen spürbar unwillig zurück ins Leben, weiterhin Benzindämpfe verbreitend, die für die weitere Leistungsfähigkeit des Kats Übles erwarten lassen. Der erste Anlauf zum „wieder-warm-fahren“ resultierte in einer Meldung der Motorwarnleuchte (Hinweis: Diese hat nur das US/Kanada-Modell, der europäische NA schreibt zwar was in den Fehlerspeicher, „fährt aber ansonsten einfach weiter“ (O-Ton Forum 🙂 ) – Kurzer Stopp und Neustart („Wenn nicht tut, dann boot!“) ließ die Lampe zwar verlöschen, aber man grübelt ja schon.

Am Folgetag zeigte sich der Kleine schon etwas bereitwilliger (start- und fahrtechnisch), war aber noch nicht ganz der „Alte“. Immer noch schien es nach dem Anlassen zu Zündaussetzern zu kommen, auch wenn diese nach kurzer Laufzeit wegzugehen schienen. Trotzdem war nach kurzer Fahrzeit ein „gelber Gruß“ auf der Armaturentafel zu sehen. Was mir dabei einfiel: Beim letzten Werkstattbesuch wurde der Zustand der Zündspulen (beim MX-5 NA ein besonders interessantes Bauteil) schon als „nicht gut“ bewertet, und ein eventueller Austausch empfohlen – bei den bei Mazda oder dem Haus- und Hoflieferanten für MX-5 Teile aufgerufenen Kursen keine schöne Aussicht. Also mal wegen der Beobachtungen und allgemeinen Vorgehensweise das Forum befragt.

Einhellige Meinung dort war, in der Reihenfolge „Kerzen-Zündkabel-Zündspule“ vorzugehen sei – was mir zupass kam, da die Zündkerzen relativ frisch gewechselt waren und ich die Kabel ohnehin tauschen wollte – sahen die alten doch nicht mehr besonders frisch aus. Dazu muss man wissen, dass die Zündkabel beim NA oben über den Ventildeckel verlaufen und damit regelmäßig „gut durchgebraten“ werden, denn wenn das Maschinchen eins gut kann, dann warm werden. Also gönnte ich mir von besagtem Lieferanten frische Magnecor Kabel – und siehe da, nach anfänglich noch spürbarem Ruckeln lief das Kraftwerk wieder rund – und vor allem sprang es ohne Zicken sofort im ersten Anlauf wieder an. Geht doch.

Bzw. wie man neudeutsch so gern sagt „it depends“: Leider fiel nach einer Probefahrt bei der Rückkehr zum Heimathafen auf, dass dort aus den gelegentlichen schwarzen Pünktchen unterm Auto inzwischen etwas zu deutlich erkennbare Flecken geworden waren. Also noch’ne Baustelle – soll ja nicht langweilig werden. Dass ältere Motoren schonmal einen Hang zur Inkontinenz entwickeln ist ja nicht gerade neu – und schon beim ersten Check auf der Bühne (kurz nach dem Kauf) war ja erkennbar gewesen, dass da irgendwann mal was kommen könnte.

Der Optionen gibt es einige, die meisten kosten richtig ordentlich Geld, und da man mit den günstigeren zumindest nicht viel falsch machen kann, habe ich testweise mal zur Additiv-Methode gegriffen. Zwar kommt’s erst vor der nächsten längeren Fahrt rein, weil das Mittel lt. Hersteller 600-800km bis zur spürbaren Wirkungsentfaltung benötigt, aber bevor man reihenweise Dichtungen durchgeht und doch nicht die richtige erwischt, ist’s einen Anlauf wert.

Praktischerdings fand ich dann auch noch ein paar Hinweise zu „gern ölenden Stellen“ am MX-5, denen ich auch als „Rookie-Schrauber“ sicherlich nachgehen kann – namentlich der Dichtring am Drehwinkelgeber und die Ventildeckeldichtung (deren beste Tage wohl auch schon länger zurückliegen dürften). Diese Punkte kommen also auf meine Liste für „bei etwas wärmerem Wetter mal ausprobieren“ – und da mir dann im Anzeigenteil der „Bucht“ auch noch eine passende Zündspule für budgetfreundlichen Euro über den Weg lief, kann die dann auch gleich mit rein. Mit etwas Glück „end-of-problem“ und ein weiterer Roadster-Sommer kann kommen. Die Arbeiten am Blechkleid und den Sitzen müssen noch etwas warten…

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Flurbereinigung

Heute war mal wieder einer von den Tagen:

Es fing damit an, dass ich einen mittlerweile ansatzweise antiken Webserver bereinigen musste – dabei stolperte ich über ein paar schon vergessene Webseiten, über deren Erhaltungswert man sich trefflich streiten kann, und habe diese – motiviert wie ich war – prompt dem digitalen Nirvana überantwortet. Spannend war aber, dass ein Teil davon als Karteileichen in meinem Google AdSense Konto rumgeisterte – also dort auch Hausputz gemacht und bei der Gelegenheit eine ganze Reihe „Neuerungen“ bei AdSense festgestellt, die eigentlich schon lange keine mehr sind – wie die Zeit doch rennt.

Na jedenfalls gab eine Arbeit die andere – denn Google macht scheinbar Druck, was die bessere Einstufung von SSL-verschlüsselten Webseiten betrifft. Einige meiner am besten laufenden Seiten warfen kaum mehr Werbeeinnahmen ab, und das nicht zuletzt, weil sie noch unverschlüsselt liefen.

Zum Glück hat LetsEncrypt hier für einen günstigen Weg der Abhilfe gesorgt, und auch die Integration in das von mir inzwischen hoch geschätzte ISPconfig funktioniert (fast) tadellos – es gibt halt ein bis zwei Fallstricke zu vermeiden. Wen’s interessiert: Wer bei einer laufenden ISPconfig Installation LetsEncrypt „nachrüstet“, sollte höllisch aufpassen, dass er 1. dem CertBot bei der Installation auf keinen Fall erlaubt, schonmal fröhlich Zertifikate für die bestehenden Webseiten zu erstellen und 2. vor der Aktivierung von LetsEncrypt evtl. schon vorhandene Zertifkate von den umzustellenden Webseiten zu löschen. Sonst legt sich das Ding die Karten oder macht einfach gar nichts. Man kann dann mitunter Bissspuren in der Tischplatte  hinterlassen…

Genug des Exkurses – nachdem der Spaß lief, durfte ich dann in antikem Perl-Code wühlen und LUGNET debuggen – ärgerlicher als gar keine Verschlüsselung ist das gelbe Ausrufezeichen, das auf „Mixed Content“ hinweist – oder mit anderen Worten auf einen Webmaster, der seine Hausaufgaben nicht richtig gemacht hat. Soll vorkommen, fuchst aber wenn man selbst derjenige ist. Ich hoffe, die ursprünglichen Macher der Seite haben meine Flüche nicht vernommen…

Wehe wenn die Kreativität ausbricht – als nächstes war dieses Blog fällig – und in diesem ist auch meine Genealogie-Hobbyseite eingebaut, die mit Webtrees läuft. Ein tolles System, das ich über die Jahre sehr schätzen gelernt habe – aber auch dieses wollte mich heute mit ein paar Eigensinnigkeiten beschäftigen. Zugegeben, ich hatte es vorher nie probiert, aber wenn sich eine Theme-fähige Plattform mit vorinstallierten solchen beharrlich weigert, das Theme umstellen zu lassen, kann einen das schonmal kirre machen. Der Trick war am Ende, den Wahlschalter für die Theme-Umstellung für alle User sichtbar zu machen und dort tatsächlich einmal die Einstellung zu ändern. Anschließend lies sich das Default-Theme ändern und auch so locken, dass es jetzt dauerhaft aktiv bleibt. Trotzdem schräg. Dafür fand ich dabei ein schön elegantes Theme einer niederländischen Entwicklerin, das ich mit Freuden weiterempfehle.

Am Ende eines Tages wartet ein großer Weinbr… ähm, Quatsch… wartet ein Wust von Spam in den Kommentaren von WordPress. Also die Grobkeule rausgekramt und V**gra, C**lis und „gutgemeinte Tipps“ zu fragwürdigen Finanzierungen, bewusstseinserweiternden Substanzen und anderen abwegigen Praktiken, gern auch in kyrillischer Schrift, in den virtuellen Rundordner verfrachtet – nur um dabei tatsächlich ein paar teils uralte Drafts von Blog-Beiträgen zu finden, die ich warum auch immer nie freigeschaltet hatte. Wenn sich also jemand über nicht mehr ganz tagesaktuelle Posts von heute wundert… aber keine Sorge, Hobbies und Tagespolitik motivieren mich gerade, hier wieder aktiver (und aktueller) zu werden.

In diesem Sinne einstweilen gute N8.

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Abgestraft?

Na das ist ja mal eine Erkenntnis:

China bestraft Staaten, deren hochrangige Regierungsvertreter es wagen, den Dalai Lama zu empfangen, auf wirtschaftlichem Wege. Im Durchschnitt 13% weniger Güter sollen betroffene Länder in den Folgejahren eines solchen Besuchs nach China verkauft haben. Eindrucksvoll.

Was mich bei der ganzen Sache ärgert, ist der Nebensatz im oben verlinkten Artikel, der da lautet „Der Westen muss sich entscheiden.“ – muss er das?

Ich muss sagen, ich würde mir vom chinesischen Staat in anderen Belangen ähnlich konsequentes Handeln wünschen wie es im Bezug auf die Tibet-Frage offenkundig wird. Es gibt da im Nordosten Chinas einen – von der behaupteten Ideologie recht ähnlich gelagerten, aber tatsächlich wohl krass anders gestrickten – Nachbarn, der es aktuell mal wieder hervorragend versteht, mit den Zündhölzern zu spielen. Doch hier zeigt sich deutlich, wie unterschiedlich die Interessenlage ist, und da ändert es auch nichts, dass die Herren von Beijing nach anfänglichem Zögern nun versuchen, die Initiative zu ergreifen.

Machen wir uns nichts vor, im Endeffekt spielen Beijing und Pjöngjang auf ihre jeweils eigene Art das gleiche Spiel. China kennt sehr wohl die geradezu unglaubliche Fixierung des Westens auf wirtschaftlichen Erfolg, und nutzt die Lage in einem wenngleich umstrittenen, so doch recht unangreifbar eigenen Gebiet aus, diese Abhängigkeit des Westens für eigene Zwecke auszunutzen. Nach dem Motto „Wenn Ihr mit uns handeln wollt, grenzt gefälligst diejenigen aus, die wir ausgegrenzt wissen wollen“.

Der Obermotz von Pjöngjang hat hingegen die panische Angst des Westens vor einer Konfrontation erkannt, deren Verlauf man nicht einschätzen kann. Also rasselt er mit allen Säbeln und sonstigen militärischen Gegenständen, die ihm zu Gebote stehen – es ist aber auch zu einfach: Seine militärische Stärke kann man nur erahnen, und die Soldatenfriedhöfe der Welt sind voll von unnötigen Opfern, deren Befehlshaber ihren Gegner als den technisch unterlegenen betrachteten. Afghanistan und der Irak sind nicht gerade leuchtende Erfolgsgeschichten, und das kollektive Gedächtnis funktioniert beim Vietnam-Desaster hervorragend. Niemand wird es wagen, der Kim-Dynastie an den Karren zu fahren.

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Gegen das Vergessen…

Was kann ein Einzelner schon bewirken?

Diese Frage könnte man sich berechtigt stellen, wenn eines der größten und totalitärsten Regimes der Welt sein einskommawirwissengarnichtwieviel-Milliarden-Volk in himmlischer Harmonie wiegen und wahrhaft weltbewegende Ereignisse der eigenen jüngsten Geschichte am liebsten totschweigen will.

Hätte sich diese Frage jenem jungen Mann gestellt, dessen Foto und Filmaufnahmen von 1989 aktuell wieder in allen Nachrichtenkanälen zitiert (und im Land des Darüberhinweglächelns zensiert) werden, es gäbe diese Bilder nicht und es wäre ein weiterer Schritt, die Opfer der Demokratiebewegung in China dem Vergessen anheimfallen zu lassen. Was natürlich genau das ist, was die dortige Staatsführung gern möchte, und wozu ihnen alle Mittel recht sind.

Es wäre ja aber auch der für Asiaten traditionell so katastrophale Gesichtsverlust, wenn man öffentlich eingestehen würde, dass es damals durchaus Andersdenkende sogar in den Reihen der glorreichen Partei gab.

Machen wir uns nichts vor, totalitäre Auswüchse sind nicht auf das bevölkerungsreichste Land dieser Welt beschränkt – nein, sie sind nicht mal eine ausschließliche Patentlösung für Staaten „östlicher“ Prägung. In manchen Fällen ist es eine „Partei“ (der Allmachtsanspruch derselben spricht der Parteienidee Hohn), in anderen gar eine je nach Sichtweise „charismatische“ Person, die den Führungsanspruch in ihrem jeweiligen Machtbereich unbedingt behaupten wollen. In anderen Fällen kümmert sich bei den nur allzuhäufigen Schwächeanfällen der lokalen Demokratie das Militär in seiner unendlichen „Weisheit“ um die Geschicke, wobei da auch gern mal die eine oder andere Extrarunde gedreht wird, bis das „demokratische“ Endprodukt den Wünschen und Vorstellungen der Befehlshabenden entspricht – oder diese gar selbst „demokratisch“ installiert und „legitimiert“ sind.

Aber selbst das glorreiche „Land of the Free“ hat sich längst zu einem „Land of the Paranoids“, einem Land der begrenzten Möglichkeiten gewandelt. Die Liste der Ausspähungen, die in jüngster Zeit bekannt wurden, ist schier endlos und lässt erahnen, was, nicht zuletzt aufgrund der technischen Möglichkeiten, hinter den Kulissen noch alles abgehen mag. Was soll man aber auch erwarten von einem Land, das Einreisewillige unter Generalverdacht und auf eine Ebene mit Kriminellen und Terroristen stellt – prophylaktisch, denn es ist ja mal was passiert und es könnte ja noch viel mehr passieren.

Verwundern würde es nicht, hat sich die selbsternannte „Weltpolizei“ ja nun wirklich zur Genüge in ihrer Selbstgefälligkeit bei vielen Völkern nachhaltig unbeliebt gemacht. Nur weil man einmal ein hochgefährliches totalitäres Regime erfolgreich beseitigt hat, heisst das noch lange nicht, dass man das Universalrezept für alles besitzt, was gut ist für die Menschheit.

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Wanderer zwischen den Wohnungen

Na das ist mal wieder Wasser auf meine Mühlen: Angesichts einer geplanten Gesetzesänderung streiten sich Haus- und Grundbesitzer und Mieterbund über das Phänomen „Mietnomadentum“.

Die eine Seite empfindet das Problem – naturgemäß – als ein massives. Glaubt man der „Fernsehberichterstattung“, so müsste Deutschland in der Tat voll sein von Leuten, die nichts besseres zu tun haben, als ihre Vermieter vorsätzlich und nachhaltig zu schädigen, und dabei auch noch ganz frech auf die gesetzlich verbrieften Mieterrechte zu pochen.

Die andere Seite muss – genauso naturgemäß – abwiegeln, denn schließlich gibt es keine schlimmere Vorstellung als wenn Vermieter zukünftig ihre Mietinteressenten zunächst einmal auf Herz und Nieren prüfen und am besten dazu noch eine Art „Führungszeugnis“ fordern könnten. Das ist natürlich übertrieben, aber in solchen Auseinandersetzungen muss ja fleißig gewuchert werden, sonst gibt’s keine Presse 😉

Jedenfalls ist es nun so, dass es eine Änderung im Mietrecht zur Bekämpfung ebendieses Mietnomadentums geben soll, und damit diese auch Hand und Fuß hat, wurde zunächst eine Studie in Auftrag gegeben – in sowas sind wir Deutschen ja ganz groß. Fatal bloß, dass die Beteiligung an dieser Studie entweder klar belegt, dass das Problem keines ist (bzw. überspitzt dargestellt wird), oder aber die Mehrzahl der Vermieter dermaßen unbeteiligt ist, dass sie sich schlicht nicht um eine Meldung kümmerten. 1400 Meldungen (von denen nur 400 als „echte“ Fälle klassifiziert wurden) auf 24 Millionen Mietwohnungen ist jedenfalls ein verheerendes Bild.

Hat deswegen der Mieterbund mit seiner Einstellung Recht?

Nicht zwingend, möchte ich behaupten. Vermutlich ist die Einschätzung, dass von den gemeldeten Vorfällen nur in ca. 1/3 Vorsatz – und damit der eigentliche Tatbestand des Mietnomadentums – gegeben war, nicht so verkehrt. Aber ebenso vermutlich gibt es eine nicht unerhebliche Dunkelziffer. Schließlich kann der Haus- und Grundbesitzerverband für sich nicht beanspruchen, alle Vermieter erreicht zu haben – sondern nur seine Mitglieder, und die sind entweder im Verhältnis nicht so stark betroffen, oder sie haben um die Aufforderung, sich zu beteiligen, nicht viel gegeben.

Ebenso wie nicht jeder Steuerzahler Mitglied im namensgleichen Bund ist, ist auch nicht jeder Mieter oder Vermieter „organisiert“ (es ist ja auch schon ewig nicht mehr jeder in einer zu seinem Berufszweig „passenden“ Gewerkschaft – von Parteien wollen wir gar nicht reden). Schaut man sich die – sicherlich auf Sensation getrimmten – einschlägigen Reportagen über geschädigte Vermieter und vermüllte Wohnungen an, so habe ich auch nicht unbedingt den Eindruck, hier aktive Mitglieder der jeweiligen Verbände gezeigt zu bekommen.

Dazu passt ganz gut, dass ich mich selbst angesichts der Anschaffung eines „Vermietobjekts“ mal versucht hatte, mit dem örtlichen „Haus und Grund“ ins Vernehmen zu setzen. Irgendwie war das ungefähr so ernüchternd wie gelegentliche Gespräche mit Gewerkschaftsvertretern. Wenn ich mich mit einem solchen Verein unterhalte, möchte ich in erster Linie wissen, was mir eine Mitgliedschaft für Vorteile bringt – es ist mir vergleichsweise egal, was andere schlechter oder gar nicht machen. So ein Club will von mir vor allem eines: Harte Barschaft. Ist es so verwerflich, dass ich da nach der angemessenen Gegenleistung frage?

Es nimmt also nicht Wunder, dass ich nicht „organisiert“ bin. Zumal auch der o.g. Artikel wieder einmal belegt, dass der Verband zumindest bisher mit dem Schreckgespenst jedes privaten (und auch des einen oder anderen gewerblichen) Vermieters überfordert ist – es gibt keine verlässliche Statistik und auch sonst keine erkennbaren Mittel zur Selbsthilfe. Dabei auf die fehlenden Rechtsmittel in Deutschland zu verweisen, wäre fadenscheinig.

Auf den Mieterbund gehe ich in diesem Zusammenhang übrigens nicht allzu detailliert ein – es dürfte aber klar sein, dass die Klientel, um die es bei diesem Thema geht, dort ebensowenig aktive Mitglieder stellen dürfte, und was Statistiken angeht – die Meinung darüber ist in historischen Zitaten genügend dargelegt.

Was aber nun tun in Bezug auf die modernen Nomaden und den Schaden, den sie hinterlassen?

Die Sache ist doch relativ eindeutig – schon meine Oma pflegte zu sagen „Wehret den Anfängen!“ Mein Mittel zum Selbstschutz hieß in diesem Fall Hausverwaltung, denn die hat den schönen Vorteil, dass sie die Mietverhältnisse voll unter Kontrolle hat und sofort Alarm schlägt, wenn etwas aus dem Ruder läuft. Die medienwirksam präsentierten Nomadismusfälle haben in der Regel gemeinsam, dass die Vermieter sich viel zu lange ausbleibende Zahlungen, Ausreden und Versprechungen haben gefallen lassen. In diesem Sinne bringt eine Verwaltung mehr als sie kostet (ich sollte erwähnen, dass man die als Vermieter grundsätzlich aus eigener Tasche zahlt): Zahlt der Mieter nicht, bekommt er eine Mahnung. Ist er mit dem gesetzlich geforderten Mindestmaß im Rückstand, fängt er eine Kündigung. Dieser kann er durch Zahlung entgegenwirken. Das ist so einfach, dass man nicht mal ’ne Zeichnung machen muss – nur umsetzen muss es jemand.

Dabei spreche ich niemandem ab, dass er auch mal unverschuldet in eine Notlage geraten kann – aber auch das ist nicht das Ende der Welt, denn unser Sozialsystem sorgt normalerweise dafür, dass niemand auf der Straße leben muss. Es gibt lediglich die Anforderung, sich dann auch selbst um gewisse Behördengänge und ein wenig Papierkrieg zu kümmern. Leider ist bei manchem Zeitgenossen, der wahrlich keine anderen Verpflichtungen hat, schon die Disziplin für solche notwendigen Erledigungen nicht gegeben. Auch hier hilft nur der sprichwörtliche stete Tropfen oder der gelegentliche sanfte aber bestimmte Schubs.

Es bleiben natürlich diejenigen Kandidaten, die tatsächlich vorsätzlich ihre Masche fahren, sich irgendwo einzunisten, die Bude in das letzte Chaos zu verwandeln, und dann irgendwann bei Nacht und Nebel zu verschwinden um woanders weiter zu hausen. Wie jemand damit tatsächlich glücklich sein kann, wird sich mir auf ewig verschließen – aber das ist auch nicht der Punkt: Die Regeln sind einfach: Wer keine Kaution hinterlegt, zieht nicht ein. Wer mehr als zwei Monatsmieten im Rückstand ist, zieht aus. Das kann im unmittelbaren Fall etwas teurer sein (vorzuschießende Räumungs-/Lagerkosten), spart aber monate- oder gar jahrelangen Ärger mit einer „kostenlos“ überlassenen Wohnung die danach ein Sanierungsfall ist.

Natürlich würde mich auch eine Statistik interessieren, wie groß das „Problem“ denn nun wirklich ist. Aber wirklich Verlässliches ist da kaum zu finden…

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1994 M-Edition

Wenn man sich für ein neues „Spielzeug“ interessiert, gibt es zwei Herangehensweisen: Entweder, man verfährt komplett nach Bauchgefühl – was dann das Risiko birgt, zwar spontane Freude über die Neuanschaffung zu empfinden, allerdings häufig gefolgt von Ernüchterung, wenn sich der „Fang“ als doch nicht so lohnenswert und dauerhaft erweist. Oder aber, man informiert sich im Vorfeld ausgiebig, sucht sehr intensiv – und stellt mitunter fest, dass die besten Angebote weg sind, weil man zu lange gezögert hat.

Die Wahrheit ist wie üblich irgendwo dazwischen.

Im Februar stolperte ich auf einer der bereits erwähnten Plattformen über einen roten Miata Bj. 1990, der aus mehreren Gründen sehr interessant schien: Er hatte absolute Vollausstattung, schien optisch in gutem und vor allem rostfreiem Zustand zu sein, stand nicht zu weit weg (ca. 60km) und passte ins Budget. Fast zeitgleich tauchte ein zweiter auf, beinahe gleiche Ausstattung, optisch schlechterer Zustand aus dem der Anbieter auch keinen Hehl machte, jedoch nur wenige Euros „günstiger“. Also fing ich an, mich umfassend schlau zu machen, auf was man bei einem Modell dieser Zeit und dieser „Provenienz“ so alles achten muss. Schließlich vereinbarte ich einen Probefahrttermin nachdem die Autos beide schon ca. 6-7 Wochen im Netz inseriert waren. Am Tag des Termins war der bessere von beiden weg. Pech. Oder auch nicht – wer weiß das schon.

Die anderen Angebote der nächsten Tage und Wochen waren preislich zwar günstig aber alles andere als interessant – meist völlig abgerockte Autos oder aber derart mit Verkleidungen und Zusatzausstattungen verunstaltet, dass der gesuchte Charakter nicht mehr gegeben war… …bis dann… …das Mchen auftauchte.

Inseriert war der Wagen als „Special Edition“ – was erst mal nichts heißen muss, denn Sonderausgaben hat Mazda schon immer gern und vielfältig aufgelegt – gerade beim MX-5 gibt es eine lange Latte davon. Trotzdem fiel dieser irgendwie auf. An sich wäre ich spontan nicht auf „blau-metallic“ mit beigefarbenem Interieur gekommen, aber das war Anfang der Neunziger nunmal das Maß der Dinge für einen Roadster. Und da Fragen bekanntlich kostenlos sind und die Entfernung überschaubar verabredeten wir uns und ich fuhr hin.

Kaum hatte der Besitzer die Schutzplane abgezogen, blinkten mich vom Kotflügel die Embleme „M-Edition“ an. Interessant. Die Ausstattung schien gehoben wenn auch auf den ersten Blick nicht spektakulär. Außerdem waren die Spuren von 23 Jahren (EZ 1994) deutlich erkennbar, und auch der Angstgegner jedes MX-5-Besitzers – Schweller-Rost – war durch mäßig ordentlich verarbeitete Reparaturbleche „TÜV-tauglich“ beseitigt worden – aber auch nicht mehr als das. Die Radläufe achtern trugen dementsprechend auch schon deutlichen „Blümchenschmuck“, von der einen oder anderen kleinen „Kampfspur“ mal ganz abgesehen.

Im gleichen Moment fuhr interessanterweise ein älterer Herr vorbei (jaja, wer im Schlachthaus sitzt, sollte nicht mit Schweinen werfen), bremste scharf, stieg aus und fragte, ob der Wagen zu verkaufen sei – meinen Kommentar „Das hängt stark davon ab, was ich jetzt gleich sage“ beantwortete er mit „Sie wissen schon, dass das ein besonderes Teil ist?“ – was ich nur süffisant mit „Sonst wäre ich nicht hier“ konterte. Ob’s Zufall oder Absicht war, lustig war’s.

Also Probefahrt – meine erste mit ernsthafter Kaufabsicht durchgeführte Roadster-Fahrt. Dach auf – mit Anfängerfehler (Reißverschluss für’s Heckfenster vergessen, loszumachen) und Motor anlassen – Pfffrt denkste, das Ding ist ein Ami, Leerlauf und Orgeln führt da zu gar nichts, der startet nur mit durchgetretener Kupplung – na gut, muss man wissen. Trotz scheinbar längerer Standzeit war der Motor zwar etwas unwillig aber doch sofort da. Also bei typischen Apriltemperaturen eine Runde durch’s Neandertal gedreht, dumme oder weniger dumme Anfängerfragen gestellt und mal angetestet, was mit 131PS so geht wenn das Auto nicht wirklich viel wiegt… um dann festzustellen, dass das was da auf der Uhr angezeigt wird, Meilen sind – autsch, das hätte in Anwesenheit der Rennleitung ins Geld gehen können.

Zurück auf dem Stellplatz noch ein paar Detailfotos gemacht, vorsichtig sondiert, ob der Verkäufer beim Preis noch Flexibilität hat (ich bin kein Teppichhändler und um’s kurz zu machen – er hatte nicht – er wusste verflixt nochmal ganz genau, was er da hatte) und den Abschluss vertagt, da ich noch recherchieren und mit meinem freundlichen Mazda-Händler Rücksprache halten wollte – man möchte ja wissen, welche Folgekosten man sich so einhandelt (Nee was bin ich auf einmal spießig…).

Der Rest ging Schlag auf Schlag – nach der Versicherung meiner Fachwerkstatt, dass so ziemlich jedes von mir erkannte Problem mit überschaubarem Aufwand zu beheben sei, der Feststellung im Netz, dass dieses Fahrzeug eine zu 100% unverbastelte und original erhaltene 1994er M-Edition ist, von der es nur 3000 Stück gab, und einem Schnellcheck bei der Versicherung, der trotz SF2 einen geradezu lächerlich günstigen Beitrag ergab, ging’s schon tags darauf mit einer ordentlichen Anzahlung in der Tasche zum Verkäufer, und mit Papieren und Kennzeichen retour. Die längsten fünf Tage der letzten Jahre später war dann Abholung angezeigt – Restbetrag war überwiesen, schöne neue Bottroper Wunschkennzeichen im Gepäck und zusammen mit Sohnemann bekam das Mchen ein neues Zuhause verpasst.

Bei der Abholung stand der Wagen offen, der Motor war ordentlich warm – die Frage „Na, Abschiedsfahrt gemacht?“ folglich eher rhetorisch. Ein zwischenzeitlich noch aufgetauchtes Hardtop kam gegen kleinen Obolus noch dazu und als wir losfuhren erlebte ich das erste mal, dass ein Auto von seinem Vorbesitzer einen Abschiedskuss bekam – ich nehm‘ das dann mal als Auftrag für gute Behandlung und Pflege 🙂

Eins noch bevor es für heute reichen soll: Bei der Recherche – und auch bis heute – fand ich, dass mit der Bezeichnung „M-Edition“ eine Menge Schindluder getrieben wird, wenn auch zum Glück nicht im deutschen Markt, für den das Modell ja gar nicht gebaut war – es wurde nur in den USA angeboten. Trotzdem werde ich die von mir zusammengetragenen Details und alle noch kommenden Hinweise zu Instandsetzungsarbeiten etc. auf separaten Seiten auf dieser Webseite dokumentieren – vielleicht hilft’s mal jemandem.

Ansonsten – das Auto hat den „Segen“ des TÜV bis August 2018 – jetzt wird erst mal genossen bevor es wahrscheinlich nochmal ans Eingemachte geht. Hoffen wir, dass der Sommer nicht schwächelt.

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