Mobilmachung

Manchmal kommt die Ernüchterung aus heiterem Himmel.

Da habe ich über einen recht langen Zeitraum hinweg intensiv alle Entwicklungen zum Thema „Zukunft der Mobilität“ (klar, hier geht’s um der Deutschen liebstes Kind) verfolgt, und dann das mir – da habe ich die jüngsten (und auch weniger jungen) Entwicklungen zum von mir zunächst sehr interessiert verfolgten Loremo komplett verschnarcht. Nicht, dass mich das jetzt an den Rand der Verzweiflung triebe, aber es ist schon schade, dass ein vielversprechend begonnenes Konzept eines Ultra-Spar-Autos – wenn man den Presseberichten glauben will – durch interne Querelen und profane wirtschaftliche Interessen nun doch mehr oder weniger am Ende zu sein scheint. Und zu allem Überfluss hätte ein Erfolg auch noch der Region hier gutgetan. Sehr traurig.

Dabei hatte ich mich schon der Hoffnung hingegeben, mich mittelfristig mal „alternativ angetrieben“ kleiner setzen zu können. Meine bis dato bevorzugte Automarke hat leider das bislang von mir gefahrene Modell schon 2005 eingestellt, und da mein Exemplar nun bei stattlichen 210.000 km angekommen ist und das rollende Raumwunder zunehmend nur noch von einem Insassen genutzt wird, wäre ein kleineres Pendelgerät nun wirklich dringend geboten – Peak Oil rückt näher (wenn’s nicht gar schon hinter uns liegt und wir es nur noch nicht gemerkt haben).

Der Markt ist zwar mittlerweile recht bunt gespickt mit hoch beweihräucherten Teil- und Vollstromern (man kann über die damit verbundenen Bedenken was Energieeffizienz und tatsächliche CO2-Bilanz angeht trefflich streiten), aber so recht überzeugen will das alles noch nicht. Jedenfalls sind die Priusse, Volts und Amperas (um nur mal die auffälligsten zu nennen) entweder nicht für die von mir benötigten Strecken wirtschaftlich einsetzbar, oder aber wahlweise für das was sie leisten zu teuer oder gar noch überhaupt nicht am Markt. Dafür, dass sogar die hohe Politik nach der Einführung von Elektroautos schreit, lässt sich die Wirtschaft wie üblich viel Zeit. Ich bin nur froh, dass bislang nicht schon wieder ein verfrühtes und die Preise in keinster Weise im Sinne der Verbraucher beeinflussendes Förderprogramm aus der klammen Staatskasse aufgelegt wurde – mir würden Hörner wachsen (und das sieht bei Geheimratsecken irgendwie abwegig aus).

Nichtsdestominder sprechen die bereits erwähnten Kilometer und die damit einhergehenden Wehwehchen eines über sechs Jahre hinweg alles andere als geschonten Autos eine ganz klare Sprache – ein neuer rollender Untersatz soll her. Weg vom Öl klappt noch nicht, Diesel lohnt sich nicht mehr, also wird’s wohl ein etwas überschaubarer Benziner, der dann hoffentlich die nächsten 3-5 Jahre ohne nennenswerte Probleme überbrückt. Dann wird der Markt ja wohl was bieten können, was sowohl erschwinglich wie auch – zumindest einigermaßen – vernünftig ist. Richtig vernünftig wird Individualverkehr sicherlich niemals werden, aber ein kleines bisschen Luxus muss auch drin sein. Und wer weiß, da die Solarförderung ja auch den Bach runtergeht, gibt’s dann vielleicht nicht nur bezahlbare Stromer sondern auch bezahlbare Solarpaneele für auf’s Dach – und ich kann wirklich CO2-neutral fahren (und der Rhein fließt südwärts und die Erde ist eine Scheibe – och Mensch, lasst mich auch mal träumen…)

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