Der Apfel fällt…

…mal wieder auf die Füße.

Es war Mittwoch, und mal wieder hat es den Herrschaften aus Cupertino gefallen, ihren Produkten – in diesem Fall aus der Unterhaltungsfraktion – eine teilweise überfällige Politur zu verabreichen.

Da muss man schon ein wenig staunen, denn einiges an „Drohungen“ (oder sollten es Versprechungen sein?) der Konkurrenz für „in Kürze verfügbare“ neue Spielzeuge stand ja im Raum. Ich nehme für mich nicht in Anspruch, immer an vorderster Front der Gerüchteküche mitzubrutzeln, insofern mögen andere weniger überrascht gewesen sein, aber was da gestern kam ist schon teilweise sehr nett.

Über den neuen iPod Touch mag ich mich nicht allzu intensiv auslassen – auffällig ist, dass das Design diesmal nicht „hart“ an das iPhone 4 gekoppelt wurde (ja, hab ich inzwischen und nein, meine Antenne macht keine Probleme bisher – ich bin allerdings auch kein Linkshänder und fasse das Gerät daher evtl. einfach nur „falsch“ an…). Die restliche Technik hingegen scheint schon sehr verwandt zu sein (mir wär ja fast „Mini-iPad“ rausgerutscht, aber der Touch hat dann doch immerhin noch zwei Kameras (exakt, Facetime mit einem ansonsten eher Nicht-Telefonie-Gerät – nette Zugabe) integriert. Das eingerechnet, mutet der Preis von in der Spitze 399 EUR für immerhin 64GB wie ein Schnäppchen an, auch wenn ich mich fragen muss, was man mit soviel Speicher in so einem kompakten Gerät will. Mein 16er iPhone ist selten voller als 50-60%, ich vertraue das Gros meiner Musiksammlung dann doch eher noch meiner NAS an – für geschätzte 300 Stunden Musik habe ich unterwegs schlicht keinen Bedarf, und trotzdem meist den passenden Jazz-Titel dabei.

Was mich deutlich mehr überrascht (und erfreut) hat, war das neue Apple TV. Selten war ein Update so überfällig wie für Apples Set-Top-Box – und zumindest in der Theorie könnte man die Box jetzt auch mit Flachbild-TV wieder als solche nutzen. „Klein bist Du geworden“, fiel mir als spontaner Kommentar ein. Immerhin reichte es trotzdem noch für fünf Anschlüsse am Gerät, auch wenn USB schon unter den HDMI-Ausgang rutschen musste. Integriertes Netzteil, HDMI, S/PDIF (optischer Digitalausgang), WLAN und Ethernet in so einer hübschen schwarzen Zwergbox – Respekt! Den A4-Prozessor (bekannt von iPhone und iPad) in der Feature-Liste zu finden war weniger eine Überraschung als eine logische Voraussetzung für dieses Downsizing.

Trotz der prinzipiell begeisternden Neuigkeit steht aber für mich noch ein großes Fragezeichen über dem AppleTV: Da das alte Teil so technisch überholt war und vermutlich eine ganze Anzahl von Mac-Usern deswegen – so wie wir auch – einen vollwertigen Mac mini an ihr TV geflanscht haben (was dank Gigabit-Ethernet, „richtiger“ Festplatte und diverser verfügbarer TV-Empfangsteile noch ein paar andere Vorteile hat), erübrigt sich die Anschaffung eines zusätzlichen Streaming-Clients – zumal der ja auch immer noch ein „Datengrab“ im Hintergrund benötigt, somit von Autarkie keine Rede sein kann. Dank des für kalifornische Verhältnisse wirklich günstigen Preises ist das neue Teil aber sogar für Zweit-Fernseher (oder Hobbyraum, Musikzimmer…) noch diskutabel, und das wiederum wird Familien freuen, bei denen die Unterhaltungsinteressen schonmal auseinandergehen.

Erwähnt sein soll noch ein kleiner Geniestreich – sie haben den Nano tatsächlich in eine Art „Zwerg-Touch“ verwandelt! Gut, hier jetzt eine weitere Plattform für Apps zu erwarten, wäre vermutlich vermessen – die App-Entwickler sind grad erst dabei, sich auf die iPad-Spielwiese einzuschießen, und mal ehrlich, soviel „Dampf“ wie in iPhone und iPad jetzt noch in den Nano zu stopfen… nein, wir sind erst in 2010, geben wir ihnen mal noch ein paar Jahre. Oder Monate? Wer weiß das schon so genau. Der Haken bei soviel Design und technischer Neuerung ist ein – wenn auch im Vergleich zum früheren Modell nicht dramatisch gestiegener – recht kerniger Preis. Es gibt viel Technik für das Geld und es ist immerhin ein „immer-dabei“-Teil, aber eben auch ein leichtflüchtiger Zeitgenosse. Sowas will überlegt sein.

Mal schauen wie die Weihnachtswunschzettel ausfallen – obwohl, da bin ich davor, denn es gibt schon drei iPods im Haus (wenn man iPhone 3G und 4 mitrechnet), irgendwann muss mal Pause sein.

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