Gewerbeauskunft-Zentrale – is klar!

Ich wollte mich eigentlich nicht aufregen. Als mich im März ein – wie üblich durch umweltgrauen Fensterumschlag mit Freistempler und ebenso farb- und fantasielos wirkendes Umweltpapieranschreiben auf extrem amtlich getrimmtes – Schreiben der sog. „Gewerbeauskunft-Zentrale“ erreichte, habe ich es reflexartig in die Rundablage befördert. Im Gegensatz zu Spam-Email hat Briefpost ja den schönen Vorteil, dass sie immer noch einen messbaren Geldbetrag für Druck und Versand kostet. Also dachte ich, das war’s dann wohl – zumal die verwendete Adresse und insb. das bezogene Gewerbe mal wieder hoffnungslos überholt waren – wo kaufen die Künstler eigentlich ihre Adressbestände ein? Das ist ja schon reklamationswürdig…

Naja egal, heute komm ich nach Hause und was liegt da? Jetzt schicken die tatsächlich schon Erinnerungsschreiben! Da steht – vermutlich sogar korrekt – das Datum des letzten Schreibens im Kopf. Briefpost-Spam mit Wiedervorlagefunktion oder wie?

Gut, dann sei also hier nochmal eine Warnung gepostet – das Netz ist ohnedies schon voll davon aber die Herrschaften versuchen’s scheint’s weiter und scheinen immer noch Opfer zu finden, die entweder so blauäugig sind, das Schreiben an die freundlicherweise sogar gebührenfreie Faxnummer 0800 3552222 zurückzusenden oder gar noch blauäugiger und die darauffolgende Jahresrechnung über mindestens 12*39,85 Euro zzgl. MWSt. zu bezahlen. Wahnsinn. Kein Wunder, dass sich das gebührenpflichtige Rumgespamme zu lohnen scheint.

Wie dem auch sei, wer mal GWE Wirtschaftsinformations GmbH und den Namen des Geschäftsführers S. Cyperski (ich mag mich täuschen aber bislang dachte ich, auch ein Geschäftsführer muss in geschäftlicher Korrespondenz mit Vor- und Zunamen aufgeführt werden) in die Suchmaschine seiner Wahl eintatzelt, findet erstaunlicherweise viel mit den auch von mir verwendeten Begriffen Verschlagwortetes im Netz. Sorry, aber unter einer derart abstrusen Adresse und zu einem dermaßen überzogenen Preis eine „Vermarktung“ eines „Basiseintrags“ anzubieten – dafür fällt mir überhaupt kein ausreichend krasser Begriff ein.

Also: Gönnen wir der Post die Gebühren und führen wir das Umweltpapier wieder dem zu, dem es entstammt: Der Altpapiersammlung.

Sollte Herr Cyperski mitlesen: Wenn Sie das Schreiben nochmal mit besser recherchierter Adresse schicken, verspreche ich auch, es besonders andächtig zu ignorieren – vielleicht nehme ich es sogar mal als Kaminanzünder…

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