Domino-Effekt

Die Dinge verselbständigen sich – erfreulicherweise. In den letzten 24 Stunden habe ich zwei aktive Helferinnen aus dem erweiterten Familienkreis gewonnen, die mich mit Bild- und Datenmaterial unterstützen. Toll. Zwei Namen die mir komplett entfallen waren sind schon eingepflegt und noch manch mehr Unerwartetes dürfte folgen.

Ich mutiere langsam zum Familienchronisten. Das soll was geben, bei meiner „Ordnungsliebe“… aber die Affinität zu neuen Medien wird helfen.

Jedenfalls wächst unser Stammbaum zusehends. Im übrigen habe ich mich überzeugen lassen dass PhpGedView ein Auslaufmodell ist, und daher den Switch auf den Nachfolger oder Spin-off (wie immer man mag) webtrees vollzogen. Besonders cool finde ich die GoogleMaps Integration, für die man allerdings zunächst mal etwas studieren muss wenn sie was brauchbares anzeigen soll. Dann funktioniert’s aber prima. Was mir noch nicht völlig klar ist ist ein seltsamer Effekt des Migrationsassistenten (da die Entwickler von PhpGedView kommen kennen sie ja die Strukturen und haben einen erstklassigen Assistenten („Wizard“) mitgeliefert) – er hat doch glatt die UTF-8-Codierung aller Umlaute zerschossen. Naja, es gibt schlimmeres (lt. Monty Python: „Man kann auch erdolcht werden…“), aber im 21. Jahrhundert ist das schon ein recht unerwarteter Seiteneffekt zumal der Webserver nagelneu und ansonsten durch die Bank mit UTF-8-Unterstützung installiert ist. Muss man vmtl. nicht verstehen… ich musste ohnehin alle Ortseinträge einmal anfassen damit die Hierarchien sauber waren (GoogleMaps tut sich mit altdeutschen Länder- und Ortsnamen dann doch etwas schwer).

Schließlich kam dann noch eine sehr nette Antwort von der Leiterin des Mindener Stadtarchivs, die mir eine ganze Anzahl interessanter Quellen aufzählte – für deren weiteres Studium ich dann allerdings wohl mal die Hufe (und etwas technisches Gerät) Richtung Minden bewegen darf. Sofern das mit den alten Straßennamen noch klappt lassen sich dann vielleicht auch ein paar frühere Wohnstätten unserer Altvorderen ausfindig machen und ablichten.

Ist das spannend…

 

 

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Sackgasse?

Guten Morgen,

jetzt bin ich schon ziemlich weit, und daher wurmt mich ein Eintrag in unserer (aus dem dunkelsten Kapitel Deutschlands erhaltenen) Ahnentafel ganz besonders.

Es geht um jenen Ur-Ur-Ur-Urgroßvater (ohne Sch…) aus Borgentreich, von dem einzig der ungefähre Geburtstag, Tag der Eheschließung und Todestag überliefert sind – leider gibt’s seinen Heiratseintrag nicht bei familysearch.org (wo in vielen Fällen bei Hochzeiten zumindest noch die Namen der jeweiligen Eltern aufgeführt sind, was schon oft geholfen hat – besonders auch wegen der abenteuerlichen Schreibweisen damals).

Das „dramatische“ dabei ist, dass Borgentreich offenbar in seiner Geschichte mehrfach von verheerenden Bränden heimgesucht wurde und damit das Archivmaterial buchstäblich in Rauch aufgegangen sein dürfte.

Ich frage mich, ob von derartigen Dokumenten eventuell Zweitschriften existieren oder ob es damals üblich war, dass auch die Eheleute irgendeine Form der Beurkundung bekamen, die sich vielleicht auf verschlungenen Wegen irgendwo bei den Nachfahren weitervererbt hat. Wäre die Lücke „übersprungen“ (es kann natürlich sein dass dieser Zweig der Familie über Generationen in Borgentreich ansässig war, dann wird’s vermutlich richtig eng) könnte man vielleicht noch ein paar Generationen mehr ausfindig machen. Spannend wäre es allemal.

Machen wir’s offiziell: Gesucht wird:

Johannes Rempe, TagelöhneEnde einer Suche?r (sic)
geb. ca. Oktober 1769 in Borgentreich
gest. 11. Februar 1844 in Hühnersen?
vermählt am 5. Mai 1799 in Herstelle mit

Maria Elisabeth Standi (?)
geb. 5. Oktober 1773 in Herstelle
gest. 1. November 1840 in Herstelle

Sachdienliche Hinweise bitte unten in die Kommentare oder per Mail an mich 🙂

Vielleicht gibt’s ja noch andere „Suchende“ zum Thema Borgentreich…

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Worauf hab ich mich da eingelassen?

Wie schrieb ich noch in „Ahnung von den Ahnen“ – in der Daten-Mottenkiste wühlen? Ich hatte ja – buchstäblich – sowas von keine Ahnung…

Mittlerweile hat mich die Wühlerei durch die Wirren von Familysearch.org und einige andere genealogische Websites geführt (wobei die Sammlung der Mormonen wirklich erschreckend umfangreich ist). Und jedesmal wenn ich wieder reinschaue entdecke ich neue Details. Unser Familienstammbaum – ich zaudere vor dem Begriff „Sippentafel“, da hab ich’s nicht so mit – zergliedert sich immer mehr, es tauchen Ur-Ur-Ur-Großonkel auf von denen seit Generationen keiner mehr wusste und Datenlücken die sich schließen reißen fast zeitgleich andere auf.

Nebenbei offenbaren sich Spuren von Tragödien, die die harten Zeiten wohl schrieben – Kindstaufen am Tag der Geburt, und gelegentlich wohl auch wirklich den Charakter einer Nottaufe hatten – oder jener Vorfahr (genauer: Ur-Urgroßonkel), der im dreimal im Abstand von zwei Jahren heiratete und dabei im Kirchenbuch jeweils mit Familienstand „Witwer“ geführt wurde.

Gefunden habe ich auch historische Adressbücher – abzurufen auf genealogy.net – und für die nicht so weit zurückliegenden männlichen Vorfahren hat auch die Kriegsgräberfürsorge nachdenklich machende Informationen zu bieten.

Bislang war die Reise zu Stadt- und Kirchenarchiven noch nicht erforderlich, doch je dünner der Datenbestand im Netz wird, desto länger wird die Liste der Fragen – und ich glaube noch nicht, dass bei 1730 (da bin ich jetzt – zumindest punktuell) Schluss sein muss.

Kreativ muss man übrigens sein, was die Auslegung von Daten, Schreibweisen von Namen und auch gelegentliche Doppelungen von Einträgen angeht. Überlieferte Schreibweisen haben nicht unbedingt viel mit dem gemein, was seinerzeit in abenteuerlicher Schreibschrift in irgendwelche dicken Wälzer gekritzelt wurde. Sütterlin kann ich glücklicherweise lesen – die alten Schreibschriften sind teilweise nicht so himmelweit davon entfernt – aber einige der alten Schreiberlinge hatten schon wirklich eine „Sauklaue“ (und ich weiß wovon ich rede – ich könnte sie alle übertreffen…).

Nunja, die Suche geht weiter – ich hoffe ja dass durch die bereits erfolgte Indizierung in Suchmaschinen irgendwann mal jemand auftaucht, der bei seiner Ahnenforschung auf Überschneidungen gestoßen ist – eine haben wir schon, und sie ist gewaltig. Mehr dazu später…

 

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Ahnung von den Ahnen?

Moin,

es wurde mal wieder Zeit ein wenig in der Daten-Mottenkiste zu wühlen – irgendwie zeichnet sich der herannahende Herbst ab und die aufflackernde Melancholie sowie ein großer Stapel alter Fotoalben gaben den Anstoß – der Rest war Durchwühlen des Scan-Archivs und das Wiederfinden einer alten Ahnentafel (man hatte da vor ’45 noch eine andere Bezeichnung für dieses Papier – gut, dass die Zeiten vorbei sind).

Bei einer zufälligen Web-Recherche war ich vor Zeiten schonmal über PhpGedView gestolpert – und das gab der Sache dann den Rest – installiert, ausprobiert, einen Daten-Dump aus meinem unvollständigen Familienstammbaum bei ancestry.de gesaugt und rein damit. Das Ergebnis steht nun hier:

zweistein.de/familie/

Ich bitte um Verständnis dass die Details lebender Familienangehöriger ausschließlich Familienangehörigen (oder uns nahestehenden Personen, die mich freundlich um einen Zugang anschreiben) vorbehalten bleiben. Soviel Datenschutz muss sein. Was unter diesen Voraussetzungen schon öffentlich abrufbar ist (und vielleicht Genealogie-Interessierte mit mir in Verbindung führt?!?) ist schon ganz nett.

Ich bin jedenfalls auf die nächsten Funde gespannt…

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Verzählt?

Ich bin ja eigentlich ein Fan von Statistiken, und von Erhebungen schonmal grad besonders – war ich doch in den glorreichen Zeiten der Volkszählung 1987 selbst als Azubi in einer Erhebungsstelle eingesetzt.

Da sich ausserdem bei aller Datensammelwut selbst in unseren vermeintlich perfekten und deutsch-gründlichen Archiven eine Menge Karteileichen anzusammen belieben, war mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung (die 1987 noch niemand so nahe gesehen hätte) ein neuer Zensus mehr als überfällig. So weit so toll… – aber irgendwie war damals alles „besser“… oder?

1983 gab es ja schon einmal einen Anlauf für eine Volkszählung (allein der Name klingt aus heutiger Sicht schon ein wenig „gestrig angehaucht“, zumal ja nicht allein das „Volk“ gezählt wird), diese wurde schon damals wegen verschiedenster, z.T. berechtigter aber z.T. auch an den Haaren herbeigezogener Bedenken eingestampft. Übrigens mit dem amüsanten Nebeneffekt, dass die aus Kostengründen recycelten Bleistifte und Radiergummis mit 1983er Aufdruck vier Jahre später für manch irritierte Frage sorgten. Anekdoten halt.

1987 wurde jedenfalls eine ziemlich umfassende Befragung durchgeführt, was u.a. auch daran lag, dass der Abgleich der Melderegister, selbst wenn er vollumfänglich genehmigt worden wäre, technisch wohl kaum so einfach umsetzbar gewesen wäre wie das mit modernen Mitteln machbar ist. Hätte man damals jedoch auch noch vorgesehen, nur 10% der Bevölkerung zu befragen (und diese auch noch „zufällig“ auszuwählen), so wäre schon der Sinn, geschweige denn das Ergebnis der Zählung hochgradig in Zweifel gezogen worden. Und der Zweifler und Verweigerer gab es ja auch so schon genug.

Genau das aber wird nun gemacht – zum einen befragt man ein Zehntel der Einwohnerschaft auf Basis der vorliegenden und bekannt unsauberen Datenbestände, in der Hoffnung dadurch die Ungereimtheiten ausräumen zu können. Das würde schon bedingen, dass bei der zufälligen Auswahl auch zufällig genau der passende Prozentsatz an Karteileichen dabei ist, so dass man das halbwegs exakt hochrechnen kann. Die Wahrscheinlichkeit spricht dann doch eher dagegen, dass das klappt – mal ganz davon abgesehen dass das Ganze z.B. finanzielle Auswirkungen auf die beteiligten Kommunen haben wird, und solche, die dadurch Einbußen erleiden, sicherlich höchst intensiv an einer Widerlegung der hochgerechneten Daten arbeiten werden. Ich mag aber auch einfach nur zu schwarz sehen 😉

Witziger finde ich dann doch etwas anderes: Neben anderen Dingen sollen ja auch die Wohngebäude gezählt werden. Zufälligerweise gehören wir zu denjenigen, die nicht nur einen Eintrag im Grundbuch haben (ob einem die Hütte(n) auch aus Sicht der finanzierenden Banken gehören, interessiert den Zensus ja zum Glück ohnehin nicht) – und da nahm es mich doch leicht Wunder, dass am Ende genau ein großformatiger Umschlag mit genau einem Fragebogen in unserem Postkasten landete.

Vier Tage später konnte ich nicht umhin, die Strategen von „Information und Technik Nordrhein-Westfalen – Geschäftsbereich Statistik“ (Toller Name – „damals“ hieß das einfach „Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik“ und ganz kurz „LDS NW“) auf den Fehler ihrer Wege anzusprechen. Das Gespräch habe ich leider nicht genau aufgezeichnet, aber es war amüsant. Mein Ansprechpartner meinte auf meine Frage, wo denn wohl unsere anderen Fragebögen gelandet seien, das frage er sich auch so manches mal. Hmm. Na jedenfalls solle ich doch bitte abwarten, heute seien ja erst die letzten Bögen rausgegangen, und wenn wir z.B. ein Gebäude erst vor relativ kurzer Zeit erworben hätten (könnte in einem Fall zutreffen, wo es erst 14 Monate her ist – definieren Sie bitte „kurze Zeit“), so wäre es schon möglich, dass der Bogen noch an den früheren Eigentümer ging (ich glaube, wenn das wirklich geklappt hätte, hätten wir schon Besuch von der Nachbarin bekommen). Jedenfalls beginnt schon diese Sache Zweifel an der Vollständigkeit der zugrunde gelegten Daten zu nähren – und wenn sowas schon nicht klappt, dann haben wir datentechnisch vermutlich eine ganze Menge Kompost im Keller…

Jedenfalls ist das einzige Gebäude, für das wir befragt wurden, selbiges welches wir seit fast 15 Jahren bewohnen. Änderungen in den vergangenen 6 Jahren scheinen somit entweder unsauber abgeglichen worden zu sein, oder da hat jemand kräftigst gewürfelt. Normal ist das nicht. Dabei regt mich weniger auf, dass ich auskunftssüchtig wäre – die Fragebögen kann man online bearbeiten, aber es ist halt schon ein gewisser Aufwand. Das ist aber genau der Haken: Wenn schon so ein Riesenaufwasch gemacht wird, dann möchte ich das Vertrauen haben können, dass die Erfassung Sinn macht und am Ende ein brauchbares Ergebnis steht. Derzeit überwiegen vor allem an letzterem doch meine Zweifel.

Es ist natürlich nicht völlig auszuschließen, dass eine ganze Menge falsch adressierte Bögen herausgegangen ist, und eine mittelschwere Flut an Rückläufern zu viel Arbeit und korrigiertem Neuversand in einigen Wochen führen wird. Wäre das so, wäre das zwar nicht billig aber zumindest eine Chance, dass doch kein Murks produziert wird. Schön ist ja auch, dass Auskunftspflicht besteht – da sind wir aber mal gespannt, wer denn da gemahnt oder gar mit Bußgeld belegt wird… Briefkästen, insbesondere solche, die nicht existieren, haben gelegentlich eine vernichtende Zahlungsmoral…

Tja, schade eigentlich, was als gute Idee begann droht dann doch eher zu einer weiteren Anhäufung potenziell unbrauchbarer Daten zu verkommen. Dabei täte bei soviel Statistikmüll da draußen ein bereinigter Datenbestand mehr als Not… …aber wer weiß, es könnte sich auch herausstellen, dass wir besser dran sind wenn wir die ganze Wahrheit nicht kennen.

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PC vs. Mac – Selten so gelacht…

Unglaublich (und leider aus der Liste der Mac&i Highlights bei heise schon wieder verschwunden) ist eine Werbeidee, mit der eine Softwareschmiede aus Redmond aufmacht: Surf the web or surf Hawaii. Könnte man mal bringen…

…wenn da nicht ein bis mehrere Haken an der Propaganda wären. Ja ich weiss, ich bin Mac-voreingenommen, aber ich glaube nach 7 Jahren problemfreier Benutzung derselben und zeitgleicher Verwendung – oder doch eher „Erleidung“ – des nächstliegenden Konkurrenzprodukts werde ich ein wenig elektrisch, wenn hier jemand – und das Wortspiel passt vorzüglich – Äpfel mit Birnen vergleicht.

Ich war ja schon versucht, mit eins der allseits beliebten „No, I won’t fix your computer“ T-Shirts zuzulegen (die aber diejenigen, die es vielleicht sollten, doch eher nicht verstehen). Wenn ich zu Computerproblemen befragt werde, ist jenes unter o.g. Link beworbene Konkurrenzprodukt oftmals ein guter Teil des Problems, und die von mir bevorzugte Alternative wäre eine gute Voraussetzung gewesen, das Problem gar nicht erst zu bekommen. Nichtsdestotrotz schlägt mir bei der bloßen Erwähnung der Produkte aus Cupertino die Ablehnung „aber die sind doch soooo teuer“ entgegen. Schön, dass nun ausgerechnet der Konkurrent die Rechnung aufmacht… (es gibt dort noch ein paar andere Argumentationsstränge, warum das Zeug mit dem Obst schlecht und das mit dem flatternden Guckloch gut sein soll – die sind aber weit weniger spektakulär und rein gar nicht überzeugend)

Aus aktuellem Anlass mache ich die Mathe-Hausaufgabe und vergleiche mal das, was ich mir gerade als neues Arbeitsmittel bestellt habe – und zwar streng nach Vorgabe des Kampagnenführers:

Man gehe dazu auf die o.g. Seite und clicke auf „iMac 27““ (jawoll – keine halben Sachen…)
Achso, btw., die Jungs rechnen in US-Dollar, denn scheinbar ist man dort empfänglicher für die Aussicht auf Hawaii-Urlaub, oder man unterstellt, dass das Publikum weniger kritisch nachrechnet. Wie auch immer.

Dort verglichen wird der schon erwähnte 27“er aus Cupertino mit drei 24“ern (23-24… Peanuts) – was ja schon mal in sich unfair ist. Macht aber nix – ich stehe ohnehin auf dem Standpunkt, dass Bildschirmdiagonale und Auflösung durch nichts zu ersetzen sind.

Zwei der drei Vergleichsmodelle sind – das fällt ebenso sofort auf – mit Dual-Core statt Quad-Core Prozessoren ausgestattet – sogar das Teil, das preislich noch am nächsten drankäme. Hmm. Rechenleistung scheint nicht wirklich ausschlaggebend für diesen Preisvergleich zu sein. Schön.

Alle drei Vergleichsmodelle sind „touch-enabled“. Mein „Zukünftiger“ kommt stattdessen mit dem Magic Trackpad, viel mehr Multitouch geht nicht und ich spare mir die ekligen Tatschefinger auf dem Display (das vom zigfachen blankwischen bestimmt nicht besser wird). Dank permanent überfülltem Schreibtisch mutiere ich eh zum Mausgegner.

Deutlich herausgestellt wird auch, dass die „PC“-AllInOnes über BluRay-Laufwerke verfügen, was für Freunde der hochauflösenden Scheiben ein Punkt sein mag. Ehrlich gesagt: Ickweessnich! Wenn ich HD Filme schauen will, so möchte ich dazu auch den passenden Ton und überhaupt Kino-Feeling – schon deswegen bräuchte ich so ein Laufwerk nicht im Rechner. Sollte es mich trotzdem antreiben, ein solches haben zu wollen, könnte ich das zur Not noch extern beschaffen und hätte damit zusätzliche Flexibilität denn hier stehen noch einige Kisten rum bei denen bei DVD Schluss mit Optisch ist. Aber gut, ist zumindest mal ein Punkt.

Dann gibt’s noch drei coole Punkte: iLive vs. *******Live (nein ich sag das Wort nicht!), Cupertino-Wolke gegen Redmond-Wolke (erstere kostenpflichtig, letztere nicht) und schließlich das für Mac-Jünger so gut wie unbekannte Thema Virenschutz – nett dass man bei einem anfälligen System einen Schutz mitliefert, aber warum soll ich mehr als den systeminternen Schutz _kaufen_ gegen etwas, was es nicht gibt?

Genug gesabbelt, ich will harte Fakten. Und ich möchte dann doch gern schon richtig vergleichen:

iMac 27, 1TB, 8GB RAM (ab Werk – teurer aber ich vergleiche gern fair), 1TB Platte, MobileMe Abo und weil’s so schön ist noch externes BluRay Gedöns: Macht in Summe: 2058 EUR incl. MWSt.
Die Kiste kommt fertig installiert ins Haus – einschalten, loslegen.

Dagegen:

Asus All-In-One ET2400, 1TB, 6GB RAM (kann man das erweitern? Verkauft’s einer mit mehr fertig eingebaut?): 1606 EUR

Differenz: 452 EUR – dafür habe ich aber _keine_ 27 Zoll (die gibt’s nur mit Obst), keine Quad-Core CPU, zumindest weniger RAM (dabei erwähne ich am Rande, dass man den Mac auch mit 12GB zum selben Preis bekommen kann, das fängt dann schon an weh zu tun) und auch nur das eine eingebaute optische Laufwerk. Kann ich auf BluRay verzichten (ich kann!) ermäßigt sich der Preisvorteil auf 362 EUR weil der iMac dann nur noch 1968 EUR kostet. Und da sind noch 99 EUR für MobileMe mit drin, das ich aber ohnehin brauche, und dessen Lizenzkosten sich theoretisch auf alle von mir genutzten Clients verteilen. Ausserdem berechnet man im Hersteller-Store 200 EUR für die Erweiterung des Mac von 4 auf 8GB – könnte man auch selbst billiger machen – die Erweiterung des ASUS scheint man ja ohnedies selbst machen zu müssen. Streiche ich das auch noch bleiben 63 EUR Preisunterschied für ein viel kleineres und weniger leistungsfähiges Gerät mit dem falschen Betriebssystem. Dafür komm ich vielleicht nach Wuppertal und evtl. noch nach Zandvoort, aber nicht nach Hawaii.

Beweisführung abgeschlossen 😉

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Gewerbeauskunft-Zentrale – is klar!

Ich wollte mich eigentlich nicht aufregen. Als mich im März ein – wie üblich durch umweltgrauen Fensterumschlag mit Freistempler und ebenso farb- und fantasielos wirkendes Umweltpapieranschreiben auf extrem amtlich getrimmtes – Schreiben der sog. „Gewerbeauskunft-Zentrale“ erreichte, habe ich es reflexartig in die Rundablage befördert. Im Gegensatz zu Spam-Email hat Briefpost ja den schönen Vorteil, dass sie immer noch einen messbaren Geldbetrag für Druck und Versand kostet. Also dachte ich, das war’s dann wohl – zumal die verwendete Adresse und insb. das bezogene Gewerbe mal wieder hoffnungslos überholt waren – wo kaufen die Künstler eigentlich ihre Adressbestände ein? Das ist ja schon reklamationswürdig…

Naja egal, heute komm ich nach Hause und was liegt da? Jetzt schicken die tatsächlich schon Erinnerungsschreiben! Da steht – vermutlich sogar korrekt – das Datum des letzten Schreibens im Kopf. Briefpost-Spam mit Wiedervorlagefunktion oder wie?

Gut, dann sei also hier nochmal eine Warnung gepostet – das Netz ist ohnedies schon voll davon aber die Herrschaften versuchen’s scheint’s weiter und scheinen immer noch Opfer zu finden, die entweder so blauäugig sind, das Schreiben an die freundlicherweise sogar gebührenfreie Faxnummer 0800 3552222 zurückzusenden oder gar noch blauäugiger und die darauffolgende Jahresrechnung über mindestens 12*39,85 Euro zzgl. MWSt. zu bezahlen. Wahnsinn. Kein Wunder, dass sich das gebührenpflichtige Rumgespamme zu lohnen scheint.

Wie dem auch sei, wer mal GWE Wirtschaftsinformations GmbH und den Namen des Geschäftsführers S. Cyperski (ich mag mich täuschen aber bislang dachte ich, auch ein Geschäftsführer muss in geschäftlicher Korrespondenz mit Vor- und Zunamen aufgeführt werden) in die Suchmaschine seiner Wahl eintatzelt, findet erstaunlicherweise viel mit den auch von mir verwendeten Begriffen Verschlagwortetes im Netz. Sorry, aber unter einer derart abstrusen Adresse und zu einem dermaßen überzogenen Preis eine „Vermarktung“ eines „Basiseintrags“ anzubieten – dafür fällt mir überhaupt kein ausreichend krasser Begriff ein.

Also: Gönnen wir der Post die Gebühren und führen wir das Umweltpapier wieder dem zu, dem es entstammt: Der Altpapiersammlung.

Sollte Herr Cyperski mitlesen: Wenn Sie das Schreiben nochmal mit besser recherchierter Adresse schicken, verspreche ich auch, es besonders andächtig zu ignorieren – vielleicht nehme ich es sogar mal als Kaminanzünder…

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Do-it-yourself vs. Steuerberater

Es gibt noch sowas wie späte Gerechtigkeit…

Obwohl – ich weiss nicht ob’s mich mehr freuen und bestätigen oder mir doch eher leidtun soll.

Seit Jahren baue ich mir brav jedes Jahr mittels eines – ebenfalls jährlich im Abo erneuerten – Steuerprogramms meine Steuererklärung selber. Da sich aber je nachdem was man so alles macht die Anlagen, Grundlagen und Unterlagen für dieselbe über die Jahre geradezu exponentiell vermehrt haben, überkam mich in 2009 der Wunsch, das Ganze nun doch mal in kompetente Hände abzugeben und – wenn auch gegen einen stolzen Obolus – Hirn und Hände von dieser mühseligen und nicht zwangsläufig auch erfolgreichen Tätigkeit zu entlasten.

Steuerberater gibt’s wie Sand am Meer, und selbstverständlich gibt es neben sehr preiswerten und sehr teuren auch sehr gute und… tja, und damit wären wir beim Punkt:

Durch persönliche Empfehlung landete ich bei einer Firma, die sich auf das Anbieten von „Wirtschaftsdiensten“ spezialisiert hatte – dazu gehörte insb. auch die Leistung von Steuerberatungs- und Buchhaltungsdiensten, was ja genau mein „Zielgebiet“ war. Da mir das Konzept zusagte und man sogar avisierte, eine Dependance in Bottrop eröffnen zu wollen (sogar eine Adresse war schon angegeben, unter der auch zuvor schon ein Steuerberater tätig war), wurde ein ordentlicher Vertrag gemacht, der auch deswegen ganz entgegenkommend war, weil das vereinbarte Honorar in handlichen wöchentlichen Teilbeträgen abgebucht werden sollte. Stressfreier geht kaum…

…dachte ich. Alles fing damit an, dass ca. zwei Wochen nach Vertragsabschluss das Sekretariat des Steuerberaters anrief und mich fragte, ob ich denn wohl ausnahmsweise die Teilbeträge für den ersten Monat selbst überweisen könne – man hatte zwar das Abbuchungsverfahren angeboten, aber wohl mit dem gewählten Dienstleister technische Probleme. Nunja, kann ja mal vorkommen – also brav überwiesen.

Gerade mal eine Woche später wurde ich angerufen und gefragt, wo denn nun meine Zahlung sei – die natürlich treu den Anweisungen des Steuerbüros folgend unmittelbar ausgeführt worden war. Beleg gefaxt, gedacht, alles sei okay… von wegen. Drei Tage später wurde der gleiche Betrag von meinem Konto abgebucht – ging also scheinbar doch, und nicht nur in Wochen- sondern auch in Monatsbeträgen. Toll.

Nach einem weiteren Telefonat hiess es dann, man habe nun auch meine Überweisung gefunden und selbstverständlich würde der nun doppelt bezahlte Betrag verrechnet. Wann – die Frage sollte ich mir später stellen, denn taggenau einen Monat später wurde – kaum verwunderlich – ein neuer Monatsbetrag abgebucht. Von einem anderen Zahlungs-Dienstleister übrigens, und unter Angabe einer anderen Mandantennummer – so richtig einig war man sich intern also wohl immer noch nicht. Nachdem im Zuge der turnusmäßigen Belegabholung erneut nur Entschuldigungen sowie die vorlage einer neuen Einzugsermächtigung für diesmal dann wirklich nur noch monatliche Zahlungsweise kamen, schwoll mir schon ein wenig der Kamm.

Das Fass zum Überlaufen brachte dann, dass zum Ende des zweiten Vertragsmonats (naja, zwei Tage bis zum normalen regulären Zahlungstermin) erneut ein Monatsbetrag abgebucht wurde – vollkommen ignorierend, dass ja schon drei Monatsbeträge gezahlt waren und somit eine Verrechnung im Raum stand, und zu allem Überfluss mit erneut anderer Mandantennummer (aber diesmal wenigstens mit der richtigen) und zur Abwechslung auch noch mit einem abweichenden (wenn auch nur um Centbeträge) Zahlbetrag.

Da zu dem Zeitpunkt ausser pünktlicher Belegabholung und hilflosem Gestammel der scheinbar nicht nur von mir regelmäßig befeuerten Sekretärin nicht wirklich viel rübergekommen war, tat ich dann das, was man in solchen Fällen tut: Fristlos kündigen und Rückabwicklung verlangen. Den definitiv zuviel bezahlten Betrag konnte ich glücklicherweise problemlos zurückbuchen lassen (wenigstens was), die älteren Abbuchungen waren leider nicht mehr rückholbar – von einem seriösen Geschäftspartner erwartet man aber, dass er mit sowas professionell umgeht…

Pustekuchen. Es gab zwei Telefonate mit der Bitte „ob man da nicht nochmal was machen und sich irgendwo treffen könnte“ – allein für die Rückübermittlung der Belege (die ich in einem prophetischen Moment vor der Abgabe brav selbst erfasst hatte) brauchten die drei schriftliche Erinnerungen bis dann ein lieblos gepacktes aber recht dickes Paket kam. Dieses enthielt – wie zum Beweis dass man eben doch was für sein Geld getan habe – auch zwei Bündel mit Ausdrucken aus deren Buchhaltungssystem. Sah sogar ganz nett aus, mir gefielen nur die Zahlen unterm Strich nicht, wichen sie doch immens von meinen eigenen – mit Blick auf den Kontostand zweifelsfrei richtigen – Berechnungen ab. Na das hätte einen Steuerbescheid gegeben…

Dass ich mein Geld nicht zurückbekommen habe, dürfte aus dem oben gesagten schon klar geworden sein. Da andere mir vorgeschlagene Steuerbüros mehrheitlich ähnlich arbeiten (monatliche Vorauszahlung und wenn’s gut läuft werden notwendige Eingaben beim Finanzamt halbwegs pünktlich gemacht – für Richtigkeit garantiert wie üblich niemand) habe ich mir die Idee des fachkundigen Dienstleisters wieder abgeschminkt. Spannenderweise kam sogar meine Hausverwaltung gelegentlich zum selben Schluss weil auch ihr „Mann vom Fach“ einige Dinge heftigst verbaselt hat. Nicht das beste Zeugnis für eine Zunft, die neben ihrem eigenen Broterwerb gerade das steuerliche Wohl ihrer Klienten im Sinn haben müsste.

Da ich heute beim Aufräumen wieder über die Unterlagen dieser zweifelhaften Beratungsgesellschaft stolperte, konnte ich mir das Anwerfen meiner Lieblingssuchmaschine nicht verkneifen – und was muss ich sehen: Sie tauchen auf einer Liste der Insolvenzen vom 20.12.2010 auf. Nicht dass mich das überrascht hätte – eher schon ein Wunder, dass der Schuppen so lange gehalten hat…

„Sparbücher“ sind also mehr als nur eine konservative Geldanlageform. Und da ich meinem blau-gelb verpackten solchen seit über 10 Jahren treu bin, bleib ich dann wohl dabei und helfe mir selbst. Ich bitte Angehörige der steuerberatenden Berufe, von Angeboten an meine Adresse abzusehen 😉

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Branchenbuch Bottrop?

Der Spam wird nicht alle…

Nun fand ich nach der Aktion mit dem Fachregister neulich erneut einen „Eintragungsantrag“ in meiner Post – diesmal von einer J. Kerler Verlag GmbH in Ingolstadt.

Schon beim Öffnen des Briefes fiel mir einiges aus dem Gesicht, weil der Verlag nämlich schon postgelb mit „Branchenbuch – Bottrop“ aufmacht. Nicht umsonst denkt man da spontan an den Begriff „Gelbe Seiten“, der bekanntlich geschützt ist und für den es entsprechend bekannte Verlage gibt, die Einträge dort bewerben dürfen. Dass dazu der J. Kerler Verlag gehört, wäre mir aktuell neu.


Dennoch möchte ich den Verlag nicht mit den Fachregister-Typen auf eine Stufe stellen, denn immerhin stellt er zwei Dinge deutlich – oder sagen wir, deutlich genug – klar:

Erstens: Der Eintrag kostet Geld. Ordentlich. 99 EUR Monatlich stehen schon mitten auf der Seite erkennbar, im kleiner (aber lesbar) Gedruckten wird es auf 1188 EUR/Jahr konkretisiert – für den „Basiseintrag“ und zzgl. MWSt.

Zweitens: Trotz der sich aufdrängenden Assoziation wird wenigstens auf der Vorderseite und (für den Lesekundigen) gut lesbar darauf hingewiesen, dass man nichts mit Telekom, DeTeMedien, den Gelben Seiten oder wem auch immer zu tun habe. Hübsch.

Das war’s aber dann auch. Und da das Holzauge ja wachsam ist, analysieren wir mal, was man uns da anbieten will.

Offenbar geht es – mal wieder – um einen Eintrag in einem Online-Verzeichnis. Das muss ja per se erst einmal nichts ganz Schlechtes sein – schließlich ist man auch auf sozialen Plattformen vertreten und Telefonbuch und die schon erwähnten farbigen Seiten sind auch nicht mehr auf die Papierform beschränkt. Aber gerade da ist das Problem: Wenn man auf zuvielen Plattformen eingetragen ist, wer hält den ganzen Ramsch aktuell und wer garantiert einem, wann man wo gefunden wird? Das Sprichwort vom Wald und den Bäumen liegt nahe.

Tatsächlich nennt sich das bezogene Verzeichnis in diesem Fall (und ich verzichte bewusst auf die Kapselung als Link) www.branchenbuch-bottrop.de. Das wäre von der Namensgebung fast noch sinnhaft, doch so richtig „catchy“ ist die Adresse dann nicht. Naja, wir sehen mal nach.

Der Verlag hat sich dann doch immerhin soviel Arbeit gemacht, auf der Splashpage ein paar allgemein bekannte Fakten über Bottrop zu deponieren – für ein passendes Foto hat’s dann schon nicht mehr gereicht – vermutlich kommt das erst, wenn genügend zahlende Kunden da sind, damit die dann nicht behaupten können, sie bekämen nichts geboten.

Analog zum bereits erwähnten Fall habe ich dann erst einmal gecheckt, was die denn über mich anzeigen wenn ich mich suche. Oh – Klasse – genau wie die zugesandte „Antragsseite“ impliziert, bin ich nicht mit einer Branche erfasst, werde also bei der Branchensuche nicht gefunden. Darüberhinaus haben sie mich mit einem Firmennamen erfasst, den ich gar nicht mehr führe (weil das entsprechende Gewerbe lange abgemeldet ist) und um dem Fass die Krone ins Gesicht zu hauen, ist als Telefonnummer eine solche hinterlegt, die ich als VoIP-Nummer von einem bekannten DSL-Anbieter zugeteilt bekam – man darf munter spekulieren, wo die wohl ihre Datenbestände einkaufen (mal davon abgesehen, dass der Kauf wenig aktuell war, denn auch dort war die Änderung der Firma bekannt und der Vertrag ist längst ausgelaufen!). Nunja, nichts wirklich Neues bislang.

Interessant ist, dass offenbar ein sehr umfangreicher, leider jedoch nur begrenzt nach Branchen zugeordneter Datenbestand online ist. Ich kann nicht beurteilen, ob eine Branchenzuordnung nur für tatsächlich zahlende Kunden erfolgt, aber angesichts der Aktualität meines eigenen Eintrags halte ich das Verzeichnis ohnehin für wenig aussagekräftig – und die rückseitig detaillierte Begründung für die Bepreisung des Eintrags mit „Webmarketing, Lizenzgebühren, Hochleistungsservern sowie Mieten für Informatikzentren“ macht mich schmunzeln.

Nach soviel Eigenrecherche (ich bin echt zu neugierig) muss dann doch noch geprüft werden, ob sich nicht schon jemand anders hiermit befasst hat. Es hat. Die Suche auf meiner Lieblingssuchmaschine bedurfte neben „Branchenbuch“ und „Kerler“ nur eines weiteren Schlagwortes, um an erster Stelle diesen schönen Artikel zum Thema auszuwerfen.

Auf sowas kann ich gar nicht – deswegen dieser zusätzliche Artikel und die Hoffnung, dass alle Empfänger des Schreibens lesen und sich selbst ein Bild über die angebotene „Leistung“ machen können. Natürlich werde ich so etwas niemals unterschreiben – das Porto für derartige Werbesendungen ist also allemal verbrannt.

Wir merken uns: Wer per Brief die Bestätigung für einen Eintrag in ein Internet-Verzeichnis „erbittet“, will immer und viel Geld dafür! Die Gegenleistung mag sich für den unbedarften Leser teilweise sogar imposant anhören – allein, sie ist es in der Regel nicht. Aus dem Vertrag – einmal unterschrieben – kommt man dennoch eher schlecht wieder raus, und das schonmal grade, je seriöser aufgemacht das Angebot daherkommt. Scheinbar muss sich das Ganze immer noch lohnen – sonst würden es nicht so viele versuchen. Tatsächlich ist das Geld in eine einigermaßen brauchbar aufgemachte eigene Homepage (und da gibt es für das gleiche Geld schon richtig tolle Sachen!) 100mal besser investiert.

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Presslufthammer-Kitas…

Ich glaub mir fällt grad alles aus dem Gesicht.

Als Familienvater ist man so einiges gewohnt, auch was den mitunter etwas ungebremsten Geräuschpegel von Kindern betrifft. Was sich aber jetzt der Landesvorsitzende der Senioren-Union von NRW geritten hat, zieht mir mal grad ganz gepflegt die Schuhe aus – findet er doch allen Ernstes die Zulassung von Kitas in Wohngebieten verfassungswidrig! Geht’s noch?

Der Hit dabei ist – der Mann vertritt diesen Standpunkt ohne rot zu werden (naja, Union halt), gehört dabei aber ganz offenkundig einer Generation an, die mehr als dankbar sein müsste, dass es in diesem Land überhaupt noch nennenswert Nachwuchs gibt – den irgendwoher müssen ja die Bezüge seiner Generation wenn schon nicht lang- so doch zumindest mittelfristig gesichert werden. Es wäre vermutlich vermessen und dem Generationenvertrag zuwider laufend, von Menschen dieser Gesinnung eine Verzichtserklärung auf anteilige Renten- und Pensionszahlungen aus Beiträgen von Kita-Kindern und deren Eltern zu verlangen.

Ich bekam vor einiger Zeit schon einen Rappel, als mir befreundete Eltern berichteten, dass eine langjährige Anwohnerin unseres Stadtteil-Kindergartens dadurch auffällig wurde, dass sie spielende Kinder anranzte – zu völlig normalen Betriebszeiten der Tageseinrichtung wohlgemerkt, die sich seit Mitte der sechziger Jahre höchstens zu ihren Gunsten verändert haben dürften.

Amüsanterweise mokiert sich Spiegel Online in diesem Kontext über die Zulassung von Flugrattenzucht bzw. die ablehnende Haltung gegenüber Friedhöfen in ebensolchen Wohngebieten. Da Tauben aber nunman weitgehend geräuschfrei ihren Guano verteilen, könnte man höchstens noch die logistischen Vorteile wohnortnaher Endlagerstätten aufzeigen – da aber jemand mit derart gestrigen Ansichten ohnehin schon bedenklich nahe am Endlagerungszustand, zumindest aber vollendet merkbefreit sein dürfte, ist die Argumentation kaum der Mühe wert.

Um es auf den Punkt zu bringen: Familien gehören in Wohngebiete. Kinderbetreuung soll wohnortnah sein. Wem Kinderlärm auf den Zwirn geht, dem steht ein gewaltiges Potenzial an Kita-fernen Wohnmöglichkeiten offen, zumal in unserem Land die Freizügigkeit in der oben bereits erwähnten Verfassung garantiert ist. Sollte dies tatsächlich der näheren Erörterung bedürfen, so mag man gerne ein Verbot von Kitas in der unmittelbaren Nähe von Seniorenresidenzen aussprechen – die Sinnfälligkeit einer solchen Anordnung wäre aber ohnehin zweifelhaft, auch wenn ein gewisser Trend zu später Elternschaft nicht von der Hand zu weisen ist…

Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass die Partei, der besagter Seniorenclub angehört, den Herrn mal gehörig einbremst und ihm darlegt, dass es andere Bevölkerungsgruppen gibt, die nicht nur seine Rente zahlen sondern im Zweifel auch über Erfolg oder Misserfolg seines politischen Clubs entscheiden.

Vielleicht baut der Herr ja auf die – demografisch nicht komplett von der Hand zu weisenden – künftigen Mehrheitsverhältnisse, es sollte ihm aber klar sein, dass dies bei allem medizinischen Fortschritt kein Zustand von unbegrenzter Dauer sein wird.

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